Deutsche Tageszeitung - Zwei Angeklagte nach Verkauf von Autobombe zu Bewährungsstrafen verurteilt

Zwei Angeklagte nach Verkauf von Autobombe zu Bewährungsstrafen verurteilt


Zwei Angeklagte nach Verkauf von Autobombe zu Bewährungsstrafen verurteilt
Zwei Angeklagte nach Verkauf von Autobombe zu Bewährungsstrafen verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Landgericht Essen in Nordrhein-Westfalen sind zwei Angeklagte nach dem Verkauf einer Autobombe zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der 51-jährige Angeklagte erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte. Der 46-jährige Angeklagte bekam ein Jahr und neun Monate, ebenfalls auf Bewährung. Sie wurden unter anderem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt.

Textgröße ändern:

Beide Angeklagten waren in dem Verfahren geständig. Sie hatten den Sprengsatz im April 2022 gekauft und auf einem Autobahnrastplatz bei Gelsenkirchen weiterverkaufen wollen. Der Sprengsatz bestand dem Sprecher zufolge aus rund 300 Gramm TNT. Dabei sollte ein Handy als Fernzünder dienen. Das Handy war bei der Übergabe jedoch nicht funktionsfähig - es war ungeladen und enthielt keine SIM-Karte.

Die ursprüngliche Idee, den Sprengsatz gegen einen Dritten einzusetzen, verfolgten die Angeklagten demnach nicht weiter. Sie seien nach dem Kauf des Sprengsatzes für 3500 Euro auf die Idee gekommen, diesen mit Gewinn weiter zu veräußern. Das Bundeskriminalamt kam den beiden jedoch auf die Spur und organisierte einen Scheinkauf. Die Übergabe erfolgte schließlich an einen verdeckten Ermittler.

Die Staatsanwaltschaft forderte in dem Ende Juni gestarteten Prozess für die Angeklagten Gefängnisstrafen von zwei Jahren und drei Monaten sowie zwei Jahren und sechs Monaten. Die Verteidigung beantragte eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: