Deutsche Tageszeitung - Nashorn-Wilderei im Krüger-Nationalpark geht zurück

Nashorn-Wilderei im Krüger-Nationalpark geht zurück


Nashorn-Wilderei im Krüger-Nationalpark geht zurück
Nashorn-Wilderei im Krüger-Nationalpark geht zurück / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der getöteten Nashörner im weltberühmten Krüger-Nationalpark ist nach Angaben der südafrikanischen Regierung deutlich zurückgegangen. Von Januar bis Juni dieses Jahres seien 42 Nashörner im Nationalpark wegen ihrer Hörner getötet worden und damit fast halb so viele wie im Vorjahreszeitraum, teilte die Regierung am Dienstag mit.

Textgröße ändern:

Insgesamt seien in ganz Südafrika in den ersten sechs Monaten des Jahres 231 Nashörner getötet worden, teilte das Umweltministerium mit. Das entspreche einem Rückgang um elf Prozent gegenüber 2022.

Auf die Frage, ob der Rückgang im Krüger-Nationalpark mit sinkenden Tierzahlen einhergehe, sagte Umweltministerin Barbara Creecy, es sei "kein Geheimnis", dass die Nashorn-Population im Krüger-Nationalpark "durch fast 20 Jahre Wilderei schwer geschädigt wurde". Sie führte den allgemeinen Rückgang der Wilderei auf die "unglaubliche Arbeit" der Ranger und die Strafverfolgungsbehörden zurück.

Angaben dazu, wie viele Nashörner noch im Krüger-Nationalpark leben, wollte Creecy nicht machen. Sie begründete dies damit, Kriminelle nicht mit Informationen versorgen zu wollen. Statistiken der Nationalparkbehörde SANParks zufolge gab es im Jahr 2021 2800 Nashörner im Krüger-Nationalpark. 2008 waren es demnach noch 10.000 Tiere - das entspricht einem Rückgang von rund 70 Prozent.

In Südafrika leben rund 80 Prozent aller Nashörner weltweit. Das Land ist ein Hotspot der Wilderei. Diese wird angetrieben durch die Nachfrage aus Asien nach den Hörnern der Tiere. Diese bestehen wie etwa menschliche Fingernägel zwar nur aus Keratin, dennoch gelten sie in der traditionellen asiatischen Medizin als Heilmittel. Das zu Pulver verarbeitete Horn erzielt auf dem Schwarzmarkt hohe Preise.

In den vergangenen Jahren hat die südafrikanische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen im Krüger-Nationalpark verschärft. Zudem verstärkte sie ihre Bemühungen, den illegalen Handel mit Teilen von Wildtieren zu bekämpfen. Ab 2023 müssen sich neue SANParks-Mitarbeiter einem Lügendetektortest unterziehen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass einige Mitarbeiter mit Wilderern zusammenarbeiten könnten.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Lissu kündigt Hungerstreik an

Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Tundu Lissu plant ab Montag einen Hungerstreik. "Da die Gefängnisverwaltung gerichtliche Anordnungen offen missachtet, hat unser Vorsitzender Lissu begründete Angst um sein Leben und seine persönliche Sicherheit", sagte der Generalsekretär von Lissus Partei Chadema, John Mnyika, bei einer Pressekonferenz am Samstag. "Er stellt infrage, ob man Nahrung trauen kann, die von Beamten ausgegeben wird, die wissentlich das Gesetz brechen", fügte er hinzu.

Sturm und Orkan über Deutschland - Weitere Feuerwehreinsätze im Westen

Ausläufer der ersten Wintersturmtiefs über dem Atlantik fegen weiterhin über Deutschland. Am Sonntag war an der Nordsee sowie in höheren Lagen mit starkem Sturm oder Orkan zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Dort drohten Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern, anderswo war den Meteorologen zufolge vielerorts mit Sturmböen bis 85 Stundenkilometer zu rechnen.

Brand in Kehlsteinhaus an Obersalzberg seit Samstagabend abgelöscht

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf das Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist das Feuer seit Samstagabend gelöscht. Eventuell seien allerdings weitere kleinere Nachlöscheinsätze nötig, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums im bayerischen Rosenheim am Sonntag. An dem in rund 1800 Metern Höhe gelegenen Brandort war weiterhin mit Sturmböen zu rechnen, die Glutnester anfachen könnten. Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen.

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Textgröße ändern: