Deutsche Tageszeitung - Ex-US-Präsident Trump im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols angeklagt

Ex-US-Präsident Trump im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols angeklagt


Ex-US-Präsident Trump im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols angeklagt
Ex-US-Präsident Trump im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols angeklagt / Foto: © AFP/Archiv

Der frühere US-Präsident Donald Trump ist im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols im Jahr 2021 angeklagt worden. In der am Dienstag von Sonderermittler Jack Smith vorgelegten 45-seitigen Anklageschrift werden dem 77-Jährigen vier Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter Verschwörung zum Betrug gegen die Vereinigten Staaten.

Textgröße ändern:

Der Angeklagte habe kurz nach dem Wahltag am 3. November 2020 seinen "kriminellen Plan" gestartet, heißt es in der Anklageschrift. "Die Absicht der Verschwörung war es, die legitimen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 unter der Verwendung wissentlich falscher Vorwürfe des Wahlbetrugs zu kippen". Obwohl er die Wahl verloren habe, sei Trump entschlossen gewesen "an der Macht zu bleiben".

Am 6. Januar 2021 hatten radikale Trump-Anhänger das Kapitol in Washington gestürmt, als dort der Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl 2020 bestätigt werden sollte. Trump hatte seine Anhänger zuvor dazu aufgerufen, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus" zu kämpfen. In den Wochen zuvor hatte der abgewählte Amtsinhaber behauptet, er sei Opfer von massivem Wahlbetrug geworden - eine vielfach widerlegte Behauptung.

Vor Journalisten sagte Sonderermittler Smith am Dienstag, die Erstürmung des Kapitols sei ein "nie dagewesener Angriff auf den Sitz der amerikanischen Demokratie" gewesen. "Sie wurden durch Lügen angeheizt", fügte er hinzu.

Sein Büro bemühe sich nun um ein "zügiges Verfahren", damit die "Beweise vor Gericht geprüft und von einer Grand Jury beurteilt werden können", kündigte der Sonderermittler an. Der Fall wird voraussichtlich von der vom ehemaligen demokratischen Präsidenten Barack Obama ernannten US-Bezirksrichterin Tanya Chutkan verhandelt.

Das Weiße Haus reagierte nicht auf die erneute Anklage des Ex-Präsidenten. Der amtierende US-Präsident Joe Biden, der Trump kürzlich als "Bedrohung" für die Nation bezeichnet hatte, setzte seinen Strandurlaub im US-Bundesstaat Delaware fort.

Bereits vor Veröffentlichung der Anklageschrift hatte sich Trump selbst auf seiner eigenen Onlineplattform Truth Social geäußert und den Sonderermittler als "geistesgestört" bezeichnet. Der ehemalige US-Präsident warf Smith vor, eine weitere "gefälschte Anklageschrift" veröffentlichen zu wollen, "um die Präsidentschaftswahlen zu stören". Der 77-Jährige hatte wiederholt die Ermittlungen der US-Justiz als "Hexenjagd" bezeichnet.

Die Anklage in Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols ist die zweite Anklage gegen Trump auf Bundesebene. Der Spitzenkandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2024 war bereits im Juni in der Dokumentenaffäre wegen des illegalen Aufbewahrens geheimer Unterlagen in seinem Anwesen in Florida angeklagt worden.

Zudem steht Trump in New York wegen einer Schweigegeldzahlung an die Pornodarstellerin Stormy Daniels vor der Präsidentschaftswahl 2016 vor Gericht. Des Weiteren prüft die Staatsanwaltschaft in Georgia, ob Trump illegal versucht hat, das Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl 2020 in dem südlichen Bundesstaat zu beeinflussen.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Lissu kündigt Hungerstreik an

Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Tundu Lissu plant ab Montag einen Hungerstreik. "Da die Gefängnisverwaltung gerichtliche Anordnungen offen missachtet, hat unser Vorsitzender Lissu begründete Angst um sein Leben und seine persönliche Sicherheit", sagte der Generalsekretär von Lissus Partei Chadema, John Mnyika, bei einer Pressekonferenz am Samstag. "Er stellt infrage, ob man Nahrung trauen kann, die von Beamten ausgegeben wird, die wissentlich das Gesetz brechen", fügte er hinzu.

Sturm und Orkan über Deutschland - Weitere Feuerwehreinsätze im Westen

Ausläufer der ersten Wintersturmtiefs über dem Atlantik fegen weiterhin über Deutschland. Am Sonntag war an der Nordsee sowie in höheren Lagen mit starkem Sturm oder Orkan zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Dort drohten Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern, anderswo war den Meteorologen zufolge vielerorts mit Sturmböen bis 85 Stundenkilometer zu rechnen.

Brand in Kehlsteinhaus an Obersalzberg seit Samstagabend abgelöscht

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf das Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist das Feuer seit Samstagabend gelöscht. Eventuell seien allerdings weitere kleinere Nachlöscheinsätze nötig, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums im bayerischen Rosenheim am Sonntag. An dem in rund 1800 Metern Höhe gelegenen Brandort war weiterhin mit Sturmböen zu rechnen, die Glutnester anfachen könnten. Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen.

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Textgröße ändern: