Deutsche Tageszeitung - Umwelthilfe hält Ampel-Klimaschutzprogramm für stark unzureichend

Umwelthilfe hält Ampel-Klimaschutzprogramm für stark unzureichend


Umwelthilfe hält Ampel-Klimaschutzprogramm für stark unzureichend
Umwelthilfe hält Ampel-Klimaschutzprogramm für stark unzureichend / Foto: © AFP/Archiv

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das geplante neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung als stark unzureichend. "Mit diesem Klimaschutzprogramm steuert die Bundesregierung geradewegs auf die Verfehlung der verbindlichen Pariser Klimaziele zu", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz am Donnerstag. Besonders "drastisch" sei es in den Sektoren Verkehr und Gebäude. Beispielsweise sei das Gebäudeenergiegesetz "massiv abgeschwächt und verwässert" worden.

Textgröße ändern:

"Die Ampel-Regierung nimmt billigend in Kauf, dass dutzende Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestoßen und die gesetzlichen Grenzen gesprengt werden", kritisierte Metz. Sie schlug als Maßnahme im Gebäudesektor vor, eine Abrissgenehmigungspflicht einzuführen. So könnten jährlich laut Metz mehr als eine Million Tonnen Co2 eingespart werden. Aktuell müssen Gebäudeabrisse angezeigt, aber nicht genehmigt werden. Außerdem forderte Metz ein 180-Tage-Sofortprogramm zur energetischen Sanierung von maroden Schulen und Kindergärten.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch übte scharfe Kritik vor allem an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Dieser sei mit seiner Politik "auf einem katastrophalen Kurs zur Drei-Grad-Erhitzung". "Um diesen zu verlassen, braucht es ein ambitioniertes Klimanotfallprogramm, das eine umfassende Verkehrswende einleitet", forderte er.

Der vorliegende Entwurf enthalte dagegen "fast ausschließlich vage Ankündigungen und bedient vor allem die Interessen der Auto- und fossilen Kraftstoff-Lobby". Er enthalte "kein Wort" von Instrumenten wie einem Tempolimit oder dem Ende der Dienstwagensubventionierung.

Das Bundeskabinett hatte im Juni ein neues Klimaschutzgesetz sowie das neue Klimaschutzprogramm verabschiedet. Die Regierung listet in dem Programm detailliert beschlossene oder geplante Maßnahmen zur Emissionsminderung in den einzelnen Sektoren auf. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) räumte bereits beim Beschluss ein, dass die Maßnahmen zum Erreichen der Emissionsziele nicht ausreichen würden. Das Gesetz und das Programm sollen nach der Sommerpause im Bundestag weiter beraten werden.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: