Deutsche Tageszeitung - Meta wegen Nachrichten-Sperre inmitten der Waldbrände in Kanada in der Kritik

Meta wegen Nachrichten-Sperre inmitten der Waldbrände in Kanada in der Kritik


Meta wegen Nachrichten-Sperre inmitten der Waldbrände in Kanada in der Kritik
Meta wegen Nachrichten-Sperre inmitten der Waldbrände in Kanada in der Kritik / Foto: © AFP/Archiv

Facebook-Nutzer in Kanada haben dem US-Mutterkonzern Meta vorgeworfen, durch die Blockade von Nachrichtenseiten inmitten der verheerenden Waldbrände in den vergangenen Wochen Menschenleben gefährdet zu haben. Die Situation sei "gefährlich", sagte die 35-jährige Kelsey Worth aus der nordwestlichen Stadt Yellowkife der Nachrichtenagentur AFP. Es sei während der Brände "irrsinnig schwierig" für sie und andere Evakuierte gewesen, an verifizierbare Informationen heranzukommen.

Textgröße ändern:

Niemand sei in der Lage zu wissen, "was wahr ist und was nicht", sagte sie. Gerade wenn sich Menschen in einer Notsituation befänden, sei Zeit "das A und O". Viele Kanadier hätten sich bisher auf die Onlinenetzwerke verlassen, um Nachrichten zu erhalten.

Meta hatte am 1. August damit begonnen, die Verbreitung von Links zu Nachrichten und Inhalten kanadischer Medienverlage und Rundfunkanstalten auf seinen Plattformen Facebook und Instagram zu blockieren. Seiten lokaler Medien konnten über diese Netzwerke nicht mehr aufgerufen werden.

Der Konzern reagierte damit auf ein kanadisches Gesetz, das Online-Unternehmen verpflichtet, kanadische Medien für deren Inhalte zu bezahlen.

Das sogenannte Gesetz für Online-Nachrichten war im Juni in Kraft getreten und soll den angeschlagenen Mediensektor Kanadas unterstützen. Große Internetunternehmen werden darin aufgefordert, Vereinbarungen mit örtlichen Medien über eine angemessene Bezahlung für die Nutzung ihrer Inhalte zu schließen. Andernfalls soll die Bezahlung behördlich festgelegt werden.

Auch Google kündigte daraufhin an, künftig keine Inhalte örtlicher Medien mehr auf seiner Plattform zu verlinken. Google und Meta dominieren das Geschäft mit Online-Werbung. Ihnen wird vorgeworfen, klassischen Medien so die Einnahmen wegzunehmen und zugleich von deren Online-Inhalten zu profitieren.

In Kanada sind etliche Gebiete seit Wochen von großflächigen Waldbränden betroffen. Insbesondere im Westen des nordamerikanischen Landes spitze sich die Lage zuletzt zu. Für Zehntausende Menschen galt Anfang der Woche weiterhin eine Evakuierungsanordnung. Nach offiziellen Angaben loderten Anfang der Woche im ganzen Land mehr als 1000 Brände.

Insgesamt verbrannten in Kanada in diesem Jahr bereits rund 14 Millionen Hektar Wald - das entspricht der Fläche Griechenlands. Vier Menschen kamen bei Waldbränden ums Leben. Wissenschaftlern zufolge begünstigt der Klimawandel häufigere und heftigere Waldbrände.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: