Deutsche Tageszeitung - Britischer Außenminister Cleverly spricht bei China-Besuch Streitthemen an

Britischer Außenminister Cleverly spricht bei China-Besuch Streitthemen an


Britischer Außenminister Cleverly spricht bei China-Besuch Streitthemen an
Britischer Außenminister Cleverly spricht bei China-Besuch Streitthemen an / Foto: © POOL/AFP

Beim ersten Staatsbesuch eines britischen Außenministers in China hat Chefdiplomat James Cleverly nach eigenen Angaben mehrere Menschenrechtsfragen thematisiert. Nach dem Treffen mit seinem Amtskollegen Wang Yi und Vizepräsident Han Zheng erklärte Cleverly am Mittwoch, er habe "in jedem einzelnen Gespräch" mit hochrangigen Vertretern Chinas Menschenrechte thematisiert. Chefdiplomat Wang lobte nach dem Besuch die "einzigartige" Rolle Großbritanniens als "Großmacht", sprach aber auch von "Störgeräuschen in den chinesisch-britischen Beziehungen".

Textgröße ändern:

Vor Cleverlys Besuch in Peking hatte das britische Außenministerium erklärt, bei den Gesprächen werde es unter anderem um Chinas Vorgehen gegen Freiheitsrechte in der früheren britischen Kronkolonie Hongkong und mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen in den chinesischen Regionen Xinjiang und Tibet gehen. China wird seit langem vorgeworfen, in der nordwestlichen Provinz Xinjiang die Uiguren und andere muslimische Minderheiten systematisch zu unterdrücken.

Cleverlys Besuch in der Volksrepublik war ursprünglich bereits für Juli geplant gewesen. Wegen des mysteriösen Verschwindens des damaligen chinesischen Außenministers Qin Gang war die Reise allerdings verschoben worden. Qin wurde durch seinen Vorgänger Wang Yi ersetzt.

Die Beziehungen zwischen London und Peking hatten sich in letzter Zeit unter anderem wegen der mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen durch Peking verschlechtert. Hardliner der in Großbritannien regierenden Konservativen dringen darauf, dass die Regierung eine härtere Haltung gegenüber Peking einnimmt.

Cleverly spricht sich für einen pragmatischen Umgang mit der Volksrepublik und einen mit dem Westen abgestimmten Umgang mit Chinas zunehmender Schlagkraft aus. Zugleich hebt er die Notwendigkeit hervor, mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zusammenzuarbeiten.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: