Deutsche Tageszeitung - Dutzende Verletzte durch Wirbelsturm "Haikui" in Taiwan

Dutzende Verletzte durch Wirbelsturm "Haikui" in Taiwan


Dutzende Verletzte durch Wirbelsturm "Haikui" in Taiwan
Dutzende Verletzte durch Wirbelsturm "Haikui" in Taiwan / Foto: © AFP

Durch den Taifun "Haikui" sind in Taiwan Dutzende Menschen verletzt worden. Der Sturm brachte am Sonntag Böen von bis zu 190 Stundenkilometern sowie heftige Regenfälle mit sich. Er entwurzelte Bäume, schnitt tausende Haushalte auf der Insel von der Stromversorgung ab und sorgte für die Streichung hunderter Flüge. Vorab waren mehr als 7000 Menschen aus Hochrisikogebieten in Sicherheit gebracht worden.

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"Haikui" war der erste Sturm seit vier Jahren, der Taiwan direkt traf. Die Behörden meldeten mehr als 40 Verletzte. Nach Angaben des Wetterdienstes war der Taifun gegen 15.40 Uhr (Ortszeit, 09.40 Uhr MESZ) und damit früher als erwartet im Landkreis Taitung im Osten Taiwans auf Land getroffen. Er peitschte mit Windgeschwindigkeiten von 154 Stundenkilometern und Böen von bis zu 190 Stundenkilometern über das Land.

Die Behörden hatten im Vorfeld vor einer "beträchtlichen Bedrohung" durch den Durchzug von "Haikui" gewarnt. Präsidentin Tsai Ing-Wen rief die Bevölkerung auf, "sich vorzubereiten" und möglichst "nicht ins Freie zu gehen".

Rund 4000 Menschen in den am stärksten gefährdeten Gebieten wurden in Sicherheit gebracht, mehr als 200 Inlandsflüge gestrichen. In den meisten Regionen im Osten und Süden der Insel blieben die Geschäfte geschlossen. Tausende Menschen waren bereits vor Ankunft des Sturms ohne Strom.

In Taitung verkrochen sich die Menschen im Inneren ihrer Häuser und hielten sich von den Fenstern fern. Bäume stürzten um und Wassertanks flogen umher, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Wind und Starkregen tauchten die Landschaft in einen dichten Nebelschleier.

"Ich glaube, dieses Mal ist es ernst", sagte der 58-jährige Chang Jhi-Ming. Der 62 Jahre alte Landwirt Chen Hsin-Kuang hob hervor, Taiwan sei lange nicht mehr von einem Taifun getroffen worden. "Nur heute kann man solche Wellen sehen - ein seltener Anblick!"

Laut einem Vertreter des Wetterdienstes kam "Haikui" "rascher voran als erwartet". Bis zum Abend erreichte der Wirbelsturm die Gegend um die südwestliche Stadt Kaohsiung. Auf seinem Weg dorthin schwächte der Taifun sich ab, es wurden aber immerhin noch Windgeschwindigkeiten von 126 Stundenkilometern gemessen.

Der taiwanische Wetterdienst warnte vor heftigen Regenfällen in den Bergen von Yilan, Hualien, Taitung, Kaohsiung und Pingtung. Damit wuchs das Erdrutsch-Risiko. Taiwans Armee mobilisierte Soldaten und Ausrüstung wie Amphibienfahrzeuge und Schlauchboote für die Katastrophenhilfe. Am Montag werde "Haikui" voraussichtlich über die Straße von Taiwan in Richtung Festlandchina weiterziehen, teilte der Wetterdienst mit.

Im Süden Chinas war bereits in der Nacht zum Samstag der Taifun "Saola" auf Land getroffen. Dort sowie in Hongkong war "Saola" mit großer Sorge erwartet worden: Fast 900.000 Menschen wurden zuvor aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht, Millionen Einwohner suchten Schutz in ihren Wohnungen. Bevor er die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong erreichte, schwächte sich der "Super-Taifun" allerdings ab, und die Schäden fielen geringer aus als befürchtet. Unter anderem wurden entwurzelte Bäume, eingestürzte Baugerüste und zerstörte Fensterscheiben aus Hongkong gemeldet.

(L.Møller--DTZ)

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