Deutsche Tageszeitung - DNA-Spur führt in Fall von 2007 in Velbert getöteter Frau zu Mordverdächtigem

DNA-Spur führt in Fall von 2007 in Velbert getöteter Frau zu Mordverdächtigem


DNA-Spur führt in Fall von 2007 in Velbert getöteter Frau zu Mordverdächtigem
DNA-Spur führt in Fall von 2007 in Velbert getöteter Frau zu Mordverdächtigem / Foto: © AFP/Archiv

Im Fall der vor rund 16 Jahren in Nordrhein-Westfalen getöteten Claudia K. haben am Tatort gesicherte Hautschuppen die Ermittler auf die Spur eines mutmaßlichen Täters gebracht. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Düsseldorf am Montag bekanntgaben, handelt es sich um einen 57-Jährigen aus dem Wetteraukreis in Hessen. Zu den Vorwürfen habe sich der Mann bislang nicht geäußert.

Textgröße ändern:

Der 57-Jährige sei bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er war laut den Ermittlern 2006 in finanzielle Schwierigkeiten geraten und wurde 2008 nach mehreren Raubüberfällen zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt. Wegen des Mordverdachts sitzt er seit der vergangenen Woche in Untersuchungshaft.

"Zum Motiv können wir derzeit keine seriösen Angaben machen", sagte Guido Adler, Leiter des Kriminalkommissariats 11 der Düsseldorfer Polizei. Die Ermittlungen zu einem Tatmotiv dauerten an. Es stünden noch zahlreiche Vernehmungen bevor.

Claudia K. war am 1. Februar 2007 erschlagen in ihrer Wohnung in Velbert gefunden worden. Der damals getrennt von ihr lebende Ehemann beging wenige Tage später im hessischen Bensheim Suizid. Hinweise auf eine Tatbeteiligung des Ehemanns ergaben sich damals nicht. Der Mordfall galt seitdem - trotz am Tatort gesicherter DNA-Spuren - als ungelöst.

Die Wende im Fall gelang demnach Ende Juli nach einem Treffer in einer DNA-Datenbank. Hautschuppen, die nach der Tat auf der Kleidung der Getöteten gefunden worden waren, konnten mit neueren Methoden auf die DNA hin untersucht und dem Verdächtigen zugeordnet werden.

Der 57-jährige Verdächtige war bereits 2007 als Zeuge überprüft worden, weil er in Kontakt mit dem Ehemann der Getöteten stand. Er gab damals an, K. nicht zu kennen und nicht in ihrer Wohnung gewesen zu sein. Der Ehemann war damals zwischenzeitlich in Verdacht geraten, weil er Zeugen zufolge geäußert haben soll, seine Frau nach der Trennung im Jahr 2006 umbringen zu wollen oder sie umbringen zu lassen.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: