Deutsche Tageszeitung - Zahl der Toten nach Erdbeben in Marokko auf fast 300 gestiegen

Zahl der Toten nach Erdbeben in Marokko auf fast 300 gestiegen


Zahl der Toten nach Erdbeben in Marokko auf fast 300 gestiegen
Zahl der Toten nach Erdbeben in Marokko auf fast 300 gestiegen / Foto: © AFP/Archiv

Bei einem starken Erdbeben im Südwesten Marokkos sind mindestens 296 Menschen ums Leben gekommen. 153 weitere Menschen wurden verletzt ins Krankenhaus eingeliefert, wie das Innenministerium am Samstag erklärte. Zuvor hatten örtliche Medien von mindestens 30 Toten berichtet. Das Beben der Stärke 6,8 ereignete sich laut der US-Erdbebenwarte USGS am Freitag um 23.11 Uhr (Ortszeit, Samstag um 00.11 Uhr MESZ) 71 Kilometer südwestlich von Marrakesch. Die auf Erdbeben in der Mittelmeerregion spezialisierte Forschungsgesellschaft EMSC gab die Stärke des Bebens mit 6,9 an.

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Nach Angaben der USGS kam es zu starken Erschütterungen, Menschen rannten in Panik aus ihren Häusern und blieben aus Angst vor Nachbeben im Freien. Der Strom und das Telefonnetz fielen vorübergehend aus.

Örtliche Medien berichteten, dass eine Familie unter den Trümmern ihres Hauses in der Stadt Al-Haouz, dem Epizentrum des Bebens, begraben war. Die Krankenhäuser in Marrakesch meldeten einen "massiven Zustrom" von Verletzten. Das Beben war auch in den Küstenstädten Rabat, Casablanca und Essaouira sowie im Nachbarland Algerien zu spüren.

"Wir spürten ein sehr starkes Zittern und ich merkte, dass es ein Erdbeben war", sagte Abdelhak El Amrani, ein 33-jähriger Bewohner von Marrakesch, der Nachrichtenagentur AFP. "Ich sah, wie die Gebäude wackelten (...). Dann ging ich nach draußen, wo schon viele Menschen versammelt waren. Die Menschen standen alle unter Schock und waren in Panik. Die Kinder weinten und die Eltern waren verzweifelt", sagte er.

Ein Einwohner von Essaouira rund 200 Kilometer westlich vom Marrakesch sagte gegenüber AFP: "Es gibt nicht allzu große Schäden, sondern eher Panik. Zum Zeitpunkt des Bebens hörten wir Schreie. Die Menschen sind auf den Plätzen und in den Cafés und ziehen es vor, draußen zu schlafen. Teile von Fassaden sind heruntergestürzt".

Im Jahr 2004 waren bei einem Erdbeben im Nordosten Marokkos mindestens 628 Menschen getötet und 926 verletzt worden. 1980 erschütterte ein Beben der Stärke 7,3 das benachbarte Algerien. Dabei kamen 2500 Menschen ums Leben.

(W.Uljanov--DTZ)

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