Deutsche Tageszeitung - Mindestens ein Toter und 120 Verletzte bei neuem Erdbeben im Westen Afghanistans

Mindestens ein Toter und 120 Verletzte bei neuem Erdbeben im Westen Afghanistans


Mindestens ein Toter und 120 Verletzte bei neuem Erdbeben im Westen Afghanistans
Mindestens ein Toter und 120 Verletzte bei neuem Erdbeben im Westen Afghanistans / Foto: © AFP

Wenige Tage nach dem schweren Erdbeben im Westen Afghanistans hat am Mittwoch ein weiteres Beben der Stärke 6,3 die Unglücksregion erschüttert. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben und 120 weitere wurden verletzt, wie ein Vertreter des Rettungsdienstes sagte. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben in der selben Region, in der am Wochenende mehr als 2000 Menschen ums Leben gekommen waren.

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Am frühen Mittwochmorgen bebte die Erde im Westen Afghanistans wieder. Das Epizentrum des Bebens lag etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt Herat, in der mehr als eine halbe Million Menschen leben. Nach dem Beben vom Samstag und mehreren starken Nachbeben hatten dort tausende Menschen eine vierte Nacht in Zelten, Autos und Gärten verbracht.

"Es ist schrecklich, ganz Herat hat Angst", berichtete der 32-jährige Abdul Kudos. Dem morgendlichen Beben folgten noch mehrere Nachbeben der Stärke 5,0 und 4,1.

In Herat selbst entstanden nur geringe Sachschäden, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Opfer habe es in umliegenden Dörfern gegeben, sagte Abdul Sahir Nursai, der am Regionalkrankenhaus in Herat für den Rettungsdienst zuständig ist. Die Menschen seien außerhalb ihrer bereits zerstörten Häuser von herabfallenden Trümmern getroffen worden.

Am Samstag hatten ein Beben der Stärke 6,3 und mehrere Nachbeben die Provinz Herat an der Grenze zum Iran erschüttert. Zur Zahl der Todesopfer gab es unterschiedliche Angaben. Das Katastrophenschutzministerium der radikalislamischen Taliban sprach von 2053 Toten. Dorfbewohner und Freiwillige suchten am Mittwoch aber weiter nach Verschütteten.

Nach UN-Angaben wurden allein im ländlichen Bezirk Senda Dschan mindestens sechs Dörfer vollständig zerstört, insgesamt sind demnach mehr als 12.000 Menschen von den Folgen des Bebens betroffen. Sie vor Einbruch des Winters mit dem Nötigsten zu versorgen, stellt die Taliban-Regierung vor eine riesige Herausforderung. Nach ihrer Machtübernahme im Sommer 2021 hatten viele ausländische Hilfsorganisationen das Land verlassen.

Afghanistan wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht, insbesondere am Hindukusch, wo die Indische und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinander stoßen. Da viele Häuser in dem Land schlecht gebaut sind, richten die Erdstöße oftmals schwere Schäden an.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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