Deutsche Tageszeitung - Bedrohung durch organisierte Kriminalität bleibt hoch - Gewalt steigt

Bedrohung durch organisierte Kriminalität bleibt hoch - Gewalt steigt


Bedrohung durch organisierte Kriminalität bleibt hoch - Gewalt steigt
Bedrohung durch organisierte Kriminalität bleibt hoch - Gewalt steigt / Foto: © AFP

Die Bedrohung durch die organisierte Kriminalität ist weiterhin hoch - die Gewaltbereitschaft zudem gestiegen. "Wir dürfen nicht unterschätzen, wie schädlich die organisierte Kriminalität ist", sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des Bundeslagebilds 2022. Die Zahl der Ermittlungsverfahren sei zwar von 696 im Vorjahr auf 639 leicht gesunken, befinde sich aber "immer noch auf hohem Niveau".

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Laut Lagebild liegt sie zudem deutlich über dem Niveau der Jahre 2019 und 2020 - damals gab es 579 beziehungsweise 594 Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität. Der Clankriminalität wurden 2022 insgesamt 46 der 639 Verfahren zugeordnet.

Die Täter sind dem Bericht zufolge "zunehmend bereit, mit teils drastischen Mitteln ihre Macht zu demonstrieren". So wurden im vergangenen Jahr 16 vollendete und 22 versuchte Tötungsdelikte registriert, darüber hinaus 21 versuchte und 76 vollendete Fälle von Körperverletzung.

Im vergangenen Jahr konnte die Polizei in dem Bereich insgesamt 7256 Tatverdächtige ermitteln. Knapp die Hälfte aller erfassten Gruppierungen - 46 Prozent - ist im Drogenschmuggel und -handel aktiv. Dies bleibt damit die Hauptbetätigung der organisierten Kriminalität, dahinter folgt die Wirtschaftskriminalität mit 17,4 Prozent und die Eigentumskriminalität mit 9,2 Prozent.

Die organisierte Kriminalität sei eine "erheblich Bedrohung für Gesellschaft, Wirtschaft und Staat", sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, bei der Vorstellung des Berichts. Er betonte zudem "das Ausmaß der Bewaffnung": 275 Schusswaffen konnten die Ermittler demnach Tatverdächtigen des organisierten Verbrechens zuordnen.

Dessen Bekämpfung sei und bleibe Schwerpunkt der Polizei von Bund und Ländern, bekräftigten Münch und Faeser. "Der Druck auf die organisierte Kriminalität in Deutschland ist heute so hoch wie nie", ergänzte die Innenministerin. Ziel sei es, diese nachhaltig zu zerschlagen.

Laut Lagebild arbeiteten die Täter in 72 Prozent der Fälle mit Gruppen aus dem Ausland zusammen. Die organisierte Kriminalität agiere "niemals auf unsere Landesgrenze beschränkt", sagte Faeser dazu. Um beispielsweise den Rauschgifthandel zu bekämpfen, brauche es deshalb auch Lösungen in den Herkunfts- und Transitstaaten der Drogen.

(M.Travkina--DTZ)

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