Deutsche Tageszeitung - Zahl der Toten durch Sturm "Ciaran" in Westeuropa steigt auf 16

Zahl der Toten durch Sturm "Ciaran" in Westeuropa steigt auf 16


Zahl der Toten durch Sturm "Ciaran" in Westeuropa steigt auf 16
Zahl der Toten durch Sturm "Ciaran" in Westeuropa steigt auf 16 / Foto: © AFP

Die Zahl der Todesopfer durch den Sturm "Ciaran" in Westeuropa ist auf mindestens 16 gestiegen. In der norditalienischen Region Toskana kamen nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen ums Leben, vor der Küste Portugals ertranken am Freitag drei Menschen beim Kentern ihres Segelbootes. Weitere Todesopfer gab es zuvor bereits in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Belgien. Durch den Sturm und heftige Regenfälle gab es Chaos im Flug- und Bahnverkehr.

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"Was heute Nacht in der Toskana geschah, hat einen Namen: Klimawandel," erklärte Regionalgouverneur Eugenio Giani am Freitag. Die italienische Regierung rief für die Toskana den Notstand aus.

Zu den Toten in der Toskana zählt ein 85 Jahre alter Mann, der in seiner überfluteten Wohnung in der Gemeinde Montemurlo nordwestlich von Florenz ertrank. Eine weitere Bewohnerin des Ortes, eine 84-jährige Frau, starb an den Folgen eines Schwächeanfalls. In dem Ort wurden 20 Zentimeter Niederschlag innerhalb weniger Stunden gemessen, so viel wie nie zuvor seit Beginn der Messungen.

Das Auswärtige Amt in Berlin rief in einem Reisehinweis dazu auf, nicht notwendige, touristische Reisen in die italienische Region Friaul-Julisch-Venetien zu vermeiden. Zudem solle in den besonders betroffenen Gebieten auf Autofahrten verzichtet werden.

Die heftigen Regenfälle ließen in der Toskana Flüsse über die Ufer treten und führten zu Überschwemmungen. In mehreren Orten der beliebten Urlaubsregion wälzten sich am Freitag Schlamm- und Wassermassen durch die Straßen. Betroffene begannen, ihre Häuser auszuräumen und mit Schlamm verschmutzte Möbel auf die Straße zu stellen.

In der Umgebung von Florenz, Pisa und Prato rückte die Feuerwehr dutzende Male aus, um Autofahrer zu retten, die in ihren Fahrzeugen in überfluteten Tunneln oder wegen umgestürzter Bäume auf der Fahrbahn festsaßen.

In Florenz sei die Lage "kritisch", erklärte Bürgermeister Dario Nardella in der Nacht im Onlinedienst X (vormals Twitter). Der Sturm erreichte auch Venedig, wo örtlichen Medien zufolge zwei Menschen vermisst wurden.

"Die Bilanz ist schlimm", konstatierte auch Frankreichs Premierministerin Elisabeth Borne. Zwei Menschen kamen in dem Land durch den Sturm ums Leben, 47 weitere wurden verletzt.

Am Vormittag waren in Frankreich noch mehr als eine halbe Million Haushalte ohne Strom, davon die Hälfte in der Bretagne. Vor allem im Finistère, im Westen der Bretagne, seien manche Stromleitungen durch umstürzende Bäume "geradezu zerhackt", sagte Regierungssprecher Olivier Véran.

Vor der portugiesischen Küste ertranken drei Menschen, als ihr Segelboot am Freitag vor Torres Vedras nördlich von Lissabon bei hoher See kenterte.

"Ciaran" war in der Nacht zum Donnerstag auf Festland-Europa getroffen und dann mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometer und heftigem Regen über Teile Westeuropas hinweggefegt. Im niedersächsischen Goslar starb am Donnerstag eine 46-jährige Frau aus Bayern durch einen umstürzenden Baum. In der belgischen Stadt Gent kam ein fünfjähriger Junge aus der Ukraine ums Leben, der beim Spielen im Freien von einem herabstürzenden Ast getroffen wurde. Ebenfalls in Gent wurde eine 64-jährige Frau aus Deutschland getötet.

(V.Sørensen--DTZ)

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