Deutsche Tageszeitung - Kampfspuren und Blut: Im Fall von vermisstem Unternehmer aus Hüllhorst Tatort ermittelt

Kampfspuren und Blut: Im Fall von vermisstem Unternehmer aus Hüllhorst Tatort ermittelt


Kampfspuren und Blut: Im Fall von vermisstem Unternehmer aus Hüllhorst Tatort ermittelt
Kampfspuren und Blut: Im Fall von vermisstem Unternehmer aus Hüllhorst Tatort ermittelt / Foto: © AFP/Archiv

Im Fall eines seit Oktober verschwundenen und mutmaßlich getöteten Unternehmers aus dem westfälischen Hüllhorst hat die Polizei den mutmaßlichen Tatort ermittelt. Bei der Durchsuchung in dessen Wohn- und Firmenimmobilie in Hüllhorst seien in einer Werkstatt "Hinweise auf ein Kampfgeschehen" und Blutspuren entdeckt worden, die dem Vermissten zugeordnet wurden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bielefeld am Mittwoch mit. Zuvor hätten Leichenspürhunde dort angeschlagen.

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Nicht geklärt ist nach wie vor der Verbleib des 62-Jährigen, der zuletzt überwiegend in Bulgarien lebte. "Die Wahrscheinlichkeit, ihn nach all den Feststellungen noch lebend wiederzusehen, ist verschwindend gering", erklärte der zuständige Staatsanwalt Christopher York. Es habe keinerlei Kontaktversuche des Manns zu Bekannten in Deutschland oder Bulgarien und auch keine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken nach dessen Verschwinden gegeben.

Der Unternehmer gilt seit Mitte Oktober als vermisst. Als mutmaßlichen Täter nahmen die Ermittler einen 37 Jahre alten Mann aus Enger im Landkreis Herford fest, er sitzt seit Anfang Dezember wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Er soll Nachmieter der Firmenimmobilie des Vermissten sein.

Als mögliches Motiv sieht die Mordkommission, dass sich der Tatverdächtige bereichern wollte. Zudem könnte er durch eine angekündigte Zwangsräumung der Immobilie, die einen neuen Abstellort für zahlreiche Boote auf Trailern, Autos und anderes Sperrgut nötig machte, unter Druck gestanden haben.

Bei Durchsuchungen fanden die Ermittler im Auto des Tatverdächtigen die Geldbörse des Vermissten mit persönlichen Dokumenten sowie die Schlüssel zu dessen Wagen. Das Auto des Unternehmers wurde schließlich im Dezember in den Niederlanden entdeckt. Die molekuargenetische Untersuchung des Fahrzeugs ist noch nicht abgeschlossen.

Nach dem Verschwinden des Unternehmers war dessen Auto zwischenzeitlich in Melle aufgetaucht. Dem Leiter der Mordkommission, Markus Mertens, zufolge, soll sich der Beschuldigte am Tag vor dem Auffinden des Wagens in der niedersächsischen Stadt dort nach einem möglichen Abstellort und der zulässigen Parkdauer erkundigt haben. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschuldigte exakt an diesem Tag in Melle aufgehalten habe.

Vier Tage nach dem Verschwinden des Unternehmers wurde dessen Mobiltelefon am 22. Oktober in Melle geortet. Dort konnte das Auto nahe einem Sportplatz lokalisiert werden, im Wagen befanden sich ein Koffer und eine Jacke des Vermissten. Einen Tag nach dem Fund war das Auto aber verschwunden, das Handy buchte sich am 23. Oktober nahe der niederländischen Grenze aus dem Mobilfunknetz aus.

(P.Hansen--DTZ)

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