Deutsche Tageszeitung - Medien: Erstmals US-Häftling mit Stickstoffgas hingerichtet

Medien: Erstmals US-Häftling mit Stickstoffgas hingerichtet


Medien: Erstmals US-Häftling mit Stickstoffgas hingerichtet
Medien: Erstmals US-Häftling mit Stickstoffgas hingerichtet / Foto: © AFP/Archiv

Im US-Bundesstaat Alabama ist erstmals in der US-Geschichte ein zum Tode verurteilter Häftling mit Stickstoffgas hingerichtet worden. Der des Mordes schuldig gesprochene Kenneth Smith wurde am Donnerstagabend im Gefängnis der Stadt Atmore mit der umstrittenen neuen Hinrichtungsmethode getötet, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Die Vereinten Nationen hatten Alabamas Vorgehen im Vorfeld verurteilt und von möglicher "Folter" gesprochen.

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Der Südstaat ist einer von drei US-Bundesstaaten, die eine Hinrichtung mit Stickstoffgas erlauben. Angewandt wurde diese als Stickstoff-Hypoxie bezeichnete Hinrichtungsmethode in den USA bislang aber noch nie. Dabei wird dem zum Tode Verurteilten über eine Gesichtsmaske reiner Stickstoff zugeführt, wodurch er keinen Sauerstoff einatmen kann und stirbt.

Smith war 1989 zum Tode verurteilt worden, nachdem er im Vorjahr im Auftrag eines Pastors dessen Ehefrau ermordet hatte. Das Todesurteil sollte 2022 mit einer Giftspritze vollstreckt werden. Damals gelang es Gefängnismitarbeitern aber nicht, einen Zugang zur Verabreichung des Giftes zu legen.

Deswegen wurde der 58-Jährige nun mit Stickstoffgas hingerichtet. Mehrere Versuche, die Hinrichtung mit juristischen Mitteln zu stoppen, waren zuvor gescheitert.

Eine Sprecherin des UN-Menschenrechtskommissariats in Genf, Ravina Shamdasani, hatte vergangene Woche den geplanten Einsatz der "neuen und nicht getesteten" Hinrichtungsmethode verurteilt. Das könnte gemäß internationalem Recht "Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung" gleichkommen.

Der Bundesstaat Alabama argumentierte dagegen in einem Gerichtsdokument, der Einsatz von Stickstoffgas sei "vielleicht die humanste jemals entwickelte Hinrichtungsmethode". Stickstoffgas wird manchmal zum Töten von Tieren verwendet.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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