Deutsche Tageszeitung - Haftstrafen und Sozialstunden in Prozess um Randale vor Diskothek in Trier

Haftstrafen und Sozialstunden in Prozess um Randale vor Diskothek in Trier


Haftstrafen und Sozialstunden in Prozess um Randale vor Diskothek in Trier
Haftstrafen und Sozialstunden in Prozess um Randale vor Diskothek in Trier / Foto: © AFP/Archiv

Das Landgericht im rheinland-pfälzischen Trier hat im Fall von Randalen vor einer Diskothek vor knapp einem Jahr elf Angeklagte zu Haftstrafen und Sozialstunden verurteilt. Zwei von ihnen sollen wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte für anderthalb Jahre sowie ein Jahr und drei Monate in Haft, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Eine Strafe davon ist eine Jugendstrafe.

Textgröße ändern:

Zudem wurde im Fall von zwei Angeklagten die Entscheidung über die Verhängung einer Jugendstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Die restlichen sieben wurden unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verwarnt und erhielten teils Auflagen wie Sozialstunden und Geldzahlungen an Vereine. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die zehn Männer und eine Frau Teil einer Gruppe waren, die mehrere Polizisten im Rahmen eines Einsatzes vor einer Diskothek verletzt und mit Gegenständen beworfen hatten.

Zu dem Einsatz kam es in der Nacht zum 17. Februar. Zwischen zwei Gruppen kam es in der Diskothek zu körperlichen Auseinandersetzungen. Daran waren zwei der Verurteilten beteiligt. Beide wurden durch den Sicherheitsdienst nach draußen gebracht. Auf dem Parkplatz versammelten sich Freunde und Begleiter der Männer, die zunehmend aggressiver gegen den Sicherheitsdienst wurden.

Die hinzugerufene Polizei bildete daraufhin eine Kette, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen und neue Angriffe auf den Sicherheitsdienst zu vermeiden. Zunächst beruhigte sich die aufgeheizte Stimmung. Dann allerdings kamen weitere Menschen hinzu, darunter einige der nun Verurteilten.

Einer von ihnen wollte direkt auf den Sicherheitsdienst losgehen. Von der rund 25-köpfigen Gruppe wurde er zunächst noch davon abgehalten. Jedoch versuchte er plötzlich, die Polizeikette gewaltsam zu durchbrechen. Dabei schlug er einem Beamten mit der Faust gegen den Kopf. Ein weiterer der nun Verurteilten folgte ihm und griff einen weiteren Polizisten an. Der Polizist wurde aber nicht getroffen.

Als die beiden Angreifer zu Boden gebracht und fixiert wurden, lief dann die verurteilte Frau zu ihnen hin und versuchte, ihre Handtasche gegen den Kopf eines Beamten zu schlagen. Dies wurde aber verhindert. Fast zeitgleich eskalierte die Situation. Aus der mittlerweile rund 40-köpfigen Gruppe wurde mit Gegenständen nach den Polizisten geworfen.

Zehn der elf Verurteilten waren bereits vorbestraft. Einer befindet sich in Untersuchungshaft. Weil einige der Verurteilten zur Tatzeit noch minderjährig waren, wurde vor der Jugendkammer verhandelt.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Trump-Regierung geht zum dritten Mal gegen Ex-FBI-Chef Comey vor

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump geht zum dritten Mal strafrechtlich gegen den früheren FBI-Chef James Comey vor. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Strafanzeige hervorgeht, wird dem prominenten Trump-Kritiker zur Last gelegt, Informationen zur nationalen Verteidigung weitergegeben zu haben. Comey wies die Vorwürfe zurück.

Jordanien meldet mehr als 20 getötete Dschihadisten nach Luftangriffen in Syrien

Bei jordanischen Vergeltungsangriffen in Syrien nach einem Anschlag auf eine christliche Kirche in Jordanien sind jordanischen Angaben zufolge mehr als 20 Dschihadisten getötet worden. Auch ein großes Waffenlager der Islamisten sei bei dem Angriff am Montag zerstört worden, teilte der jordanische Regierungssprecher Mohammed Al Momani am Dienstag mit. Zugleich war Amman bemüht, die Beziehungen zu Syrien nicht zu beeinträchtigen und erklärte, es habe "großen Respekt" für den syrischen Staat. Syrien schloss als Reaktion auf den jordanischen Angriff in Syrien einen Grenzübergang zu Jordanien und prangerte eine Verletzung seines Luftraums an.

Anschlag bei Paris: Prominente protestieren gegen Rassismus in Frankreich

Nach dem rassistischen Anschlag nahe Paris, bei dem ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt wurden, haben etwa 100 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport gegen Rassismus protestiert. "Wir wussten, dass die Worte des Hasses erneut mit Töten enden würden", steht über dem am Dienstag von dem Magazin "Politis" veröffentlichten Aufruf. Zu den Unterzeichnern zählen der Schauspieler Omar Sy, der Filmemacher Michel Hazanavicius, der ehemalige Fußballstar Lilian Thuram und zahlreiche Rapper. Die Unterzeichner wandten sich gegen "Gleichgültigkeit" und forderten eine Schweigeminute in der Nationalversammlung für den Getöteten.

EU schlägt Frontex-Einsatztruppe für Grenzschutz und Abschiebungen vor

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, innerhalb der europäischen Grenzschutzagentur Frontex eine Art flexible Einsatztruppe einzurichten. Frontex solle bis 2041 auf insgesamt 30.000 Mitarbeiter aufgestockt und eine "neue 'Europäische Reserve für Grenzschutz und Abschiebung' mit 17.000 Einsatzkräften geschaffen" werden, erklärte die Brüsseler Behörde am Dienstag. Diese solle "den Mitgliedstaaten zur Verfügung stehen und bei Bedarf eingesetzt werden können".

Textgröße ändern: