Deutsche Tageszeitung - Lebensberater in Baden-Württemberg wegen Vergewaltigungen und Geiselnahmen vor Gericht

Lebensberater in Baden-Württemberg wegen Vergewaltigungen und Geiselnahmen vor Gericht


Lebensberater in Baden-Württemberg wegen Vergewaltigungen und Geiselnahmen vor Gericht
Lebensberater in Baden-Württemberg wegen Vergewaltigungen und Geiselnahmen vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Weil er als sogenannter Lebensberater beziehungsweise Life Coach mehrere Frauen vergewaltigt und misshandelt sowie als Geiseln genommen haben soll, muss sich ein 38-Jähriger aus Baden-Württemberg seit Donnerstag vor dem Landgericht Mosbach verantworten. Der Mann soll laut Anklage gezielt Kontakt zu jungen Frauen aufgenommen und diese systematisch verunsichert haben. Dann habe er sie in sein Haus in Walldürn eingeladen und sei gewalttätig geworden.

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Um ihren Widerstand zu brechen, soll er die Frauen zusätzlich mit Worten erniedrigt haben. Wiederholt habe er sie sexuell missbraucht. Zwischen September 2019 und Oktober 2022 soll der 38-Jährige so insgesamt sieben Frauen mehrmals sexuell missbraucht und körperlich misshandelt haben.

Drei von ihnen nahm er laut Anklage zeitweise als Geiseln. Zwei weitere Frauen, ein Kind und drei Männer habe er außerdem körperlich misshandelt. Unter diesen Männern sei auch sein jüngerer Bruder. Dieser ist ebenfalls angeklagt: Dem 24-Jährigen werden Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung sowie Beihilfe zur Geiselnahme vorgeworfen. Diese Taten sollen zwischen März 2021 und Oktober 2022 begangen worden sein.

Die Ermittler kamen dem mutmaßlichen Haupttäter im Oktober 2022 auf die Spur, nachdem es einer Frau gelungen war, einen Notruf abzusetzen. Wie die Staatsanwaltschaft Mosbach damals mitteilte, konnte sie eine Bekannte verständigen, die wiederum die Polizei alarmierte und angab, dass ihre Freundin um ihr Leben fürchte.

Daraufhin wurden die Wohnräume des Manns in Walldürn durchsucht und er selbst festgenommen. Die Ermittler stießen dabei auf weitere mutmaßliche Opfer. Die konkreten Vorwürfe gegen den 38-Jährigen lauten unter anderem Geiselnahme, besonders schwere Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung. Das Landgericht setzte für den Prozess 35 Verhandlungstage bis Ende September an.

(A.Nikiforov--DTZ)

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