Deutsche Tageszeitung - Schwester aus Wut über Lebenswandel getötet: Prozess gegen 24-Jährigen in Bremen

Schwester aus Wut über Lebenswandel getötet: Prozess gegen 24-Jährigen in Bremen


Schwester aus Wut über Lebenswandel getötet: Prozess gegen 24-Jährigen in Bremen
Schwester aus Wut über Lebenswandel getötet: Prozess gegen 24-Jährigen in Bremen / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Landgericht Bremen hat am Mittwoch ein Prozess gegen einen 24-Jährigen begonnen, der seine Schwester aus Verärgerung über ihren Lebenswandel erstochen haben soll. Ihm wird Mord vorgeworfen. Laut Anklage tötete er seine ein Jahr jüngere Schwester im Dezember in deren Wohnung in Bremen mit einem Küchenmesser. Einem Gerichtssprecher zufolge äußerte sich der Beschuldigte zunächst noch nicht.

Textgröße ändern:

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift davon aus, dass er die Tat beging, weil das Leben seiner Schwester nicht "mit seinem kulturellen Vorstellungsbild" zusammenpasste. Der Mann handelte demnach nach eigenen Verständnis auch, um "seine Ehre wiederherzustellen". Er stach mit dem Messer mehrfach auf sein Opfer ein, das damals noch am Tatort starb.

Dem Gerichtssprecher zufolge ist voraussichtlich am nächsten Prozesstag auch mit einer Einlassung des Angeklagten zu rechnen. Am Mittwoch wurden während der Verhandlung demnach unter anderem auch zwei mutmaßlich von dem Beschuldigten stammende Briefe verlesen, in denen er mit Blick auf seine Schwester schrieb, diese habe versucht, eine "Schlampe zu sein".

Zudem erklärte er darin, er habe diese aufgrund seines Ehrempfindens töten müssen. Die Briefe waren nach Angaben des Sprechers nach der Tat in der Wohnung des Beschuldigten gefunden worden. Für den Prozess sind Termine bis Mai angesetzt.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: