Deutsche Tageszeitung - Tödliche Schüsse an Offenburger Schule: Mordprozess gegen 15-Jährigen begonnen

Tödliche Schüsse an Offenburger Schule: Mordprozess gegen 15-Jährigen begonnen


Tödliche Schüsse an Offenburger Schule: Mordprozess gegen 15-Jährigen begonnen
Tödliche Schüsse an Offenburger Schule: Mordprozess gegen 15-Jährigen begonnen / Foto: © AFP/Archiv

Gut fünf Monate nach tödlichen Schüssen eines 15-Jährigen auf einen Gleichaltrigen in einer Schule in Offenburg hat in der baden-württembergischen Stadt am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Strafprozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Weitere Einzelheiten nannte das Landgericht dementsprechend nicht. Dem Jugendlichen wird unter anderem Mord vorgeworfen, das Verfahren soll bis Sommer dauern.

Textgröße ändern:

Der Jugendliche soll am 9. November vergangenen Jahres mit einer Pistole samt 41 Patronen sowie einem selbstgebauten Brandsatz in seine Schule in Offenbach gegangen sein. Dort erschoss er laut Anklage einen 15-jährigen Mitschüler und versuchte vergeblich, mit dem Brandsatz ein Feuer zu legen.

Der Verdächtige wurde nach früheren Ermittlerangaben bei der Tat von einem zufällig im Schulgebäude anwesenden Vater eines unbeteiligten Schulkinds durch lautstarke Ansprache dazu gebracht, seine Waffe niederzulegen. Der Mann hielt den Jugendlichen anschließend bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der junge Beschuldigte befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Das gesamte Verfahren findet wegen des Alters des jugendlichen Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es wurden nach Gerichtsangaben zunächst zwölf Verhandlungstage angesetzt, mit einem Urteil wird demnach frühestens im Juli gerechnet. Neben Zeugen wurden ein psychiatrischer Sachverständiger und eine Rechtsmedizinerin als Gutachter geladen.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: