Deutsche Tageszeitung - USA: Supreme Court befasst sich mit Bestimmungen gegen Obdachlose

USA: Supreme Court befasst sich mit Bestimmungen gegen Obdachlose


USA: Supreme Court befasst sich mit Bestimmungen gegen Obdachlose
USA: Supreme Court befasst sich mit Bestimmungen gegen Obdachlose / Foto: © AFP

Vor dem Hintergrund einer massiv gestiegenen Zahl von Obdachlosen im öffentlichen Raum befasst sich das Oberste Gericht der USA seit Montag mit Strafmaßnahmen gegen unter freiem Himmel schlafende Menschen. Das Verfahren vor dem mit mehrheitlich konservativen Richtern besetzten Supreme Court dreht sich um das Vorgehen der Stadt Grants Pass im Bundesstaat Oregon. Die Entscheidung könnte jedoch Auswirkungen auf hunderttausende Obdachlose im ganzen Land haben.

Textgröße ändern:

Ein Berufungsgericht hatte Bestimmungen der Stadtverwaltung von Grants Pass kassiert, mit denen es im Rahmen von Regeln für das Camping im öffentlichen Raum Obdachlosen untersagt wurde, Decken, Kissen oder Pappkartons zu nutzen, um sich im Freien vor Kälte zu schützen. Das Gericht berief sich auf den achten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der "grausame und ungewöhnliche Bestrafungen" verbietet.

Bei Verstößen gegen die Regeln sah die Stadt Strafzahlungen in Höhe von mehreren hundert Dollar. Wurden diese nicht gezahlt, waren Platzverweise und noch höhere Sanktionen bis hin zu Freiheitsstrafen vorgesehen.

Die Anwältin der Stadt Grants Pass, Theane Evangelis, forderte den Supreme Court auf, das "gescheiterte Experiment" des Berufungsgerichts zu stoppen. Dieses habe mit seinem Urteil die Ausbreitung von Obdachlosenlagern "befeuert".

Die Gegenseite argumentierte vor Gericht, Ziel der Stadt sei es, mit den Regeln für Obdachlose das Schlafen oder Ausruhen an jeglichem öffentlichen Ort zu verbieten - selbst, wenn den Betroffenen keine Unterkunft zur Verfügung stehe.

In den USA hatten zahlreiche Kommunen Regeln erlassen, mit denen das Kampieren im Freien verboten wurde - um so der wachsenden Zahl Obdachloser entgegenzutreten.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Rassistischer Angriff in Pariser Vorstadt: Psychisch kranker Täter stand unter Drogen

Der Angreifer, der in zwei Pariser Vorstädten aus mutmaßlich rassistischen Motiven einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, leidet offenbar an Schizophrenie und stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Nachdem der Polizeigewahrsam des 39-jährigen Kevin T. am Samstag aufgehoben worden war, wurde er am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In einem Trauermarsch gedachten hunderte Angehörige und Unterstützer des 26-jährigen afrikanischstämmigen Todesopfers.

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Textgröße ändern: