Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen Mann wegen Entführung von Tochter an Hamburger Flughafen begonnen

Prozess gegen Mann wegen Entführung von Tochter an Hamburger Flughafen begonnen


Prozess gegen Mann wegen Entführung von Tochter an Hamburger Flughafen begonnen
Prozess gegen Mann wegen Entführung von Tochter an Hamburger Flughafen begonnen / Foto: © NEWS5/AFP/Archiv

Fast ein halbes Jahr nach dem spektakulären Versuch der Entführung seiner vierjährigen Tochter am Hamburger Flughafen hat am Montag vor dem Landgericht der Hansestadt der Prozess gegen den Vater des Kinds begonnen. Angeklagt ist der Mann unter anderem wegen Geiselnahme, Entziehung Minderjähriger und Körperverletzung.

Textgröße ändern:

Er soll seine Tochter am frühen Abend des 4. Novembers aus der Wohnung der Mutter im niedersächsischen Stade entführt haben. Anschließend soll er zum Hamburger Flughafen gefahren sein, dort die drei Schranken des Nordtors durchbrochen haben und bis auf das Vorfeld gefahren sein.

Über den Polizeinotruf drohte er der Anklage zufolge anschließend damit, im Besitz von drei Bomben zu sein. Außerdem warf er zwei brennende Molotowcocktails aus seinem Auto und schoss mit einer halbautomatischen Kurzwaffe mehrmals in die Luft.

Mit diesem Vorgehen wollte der Mann nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft seiner Forderung nach einem Flugzeug Nachdruck verleihen, mit dem er ungehindert in die Türkei ausreisen wollte. Erst am Nachmittag des Folgetags gab der 35-Jährige auf, legte eine vermeintliche Sprengstoffweste ab und übergab seine Tochter an eine Polizistin.

Bei seiner Festnahme entdeckten Polizisten bei dem Mann ein Messer, 22 Schuss Munition, ein Reizstoffsprühgerät und eine mit einer Patrone geladene und entsicherte Pistole. Während des insgesamt 18-stündigen Einsatzes war der gesamte Flugverkehr am Helmut-Schmidt-Flughafen eingestellt. Nach Angaben eines Gerichtssprechers kündigte der Angeklagte am Montag eine Aussage an.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Migrationskommissar Brunner will Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner will die europäische Grenzschutzagentur Frontex zur "zentralen EU-Abschiebeagentur" machen. "Wir werden am Dienstag einen Gesetzesvorschlag präsentieren, um Frontex breiter und stärker aufzustellen", erklärte Brunner am Sonntag. "Wer kein Recht hat, in der EU zu bleiben, muss sie auch tatsächlich verlassen", fügte er hinzu. Die "europäische Migrationswende" werde "konsequent" fortgesetzt.

Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte. Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.

60-Jähriger bei antisemitischem Angriff in Berlin verletzt

Ein Unbekannter soll einen Mann in Berlin-Schöneberg nach der Frage nach dessen jüdischer Identität beleidigt und niedergeschlagen haben. Der Staatsschutz ermittelt.

Rund zehntausend Haushalte betroffen: Großer Stromausfall durch Sturm in Freiburg

Ein sturmbedingter Stromausfall hat am Sonntag rund zehntausend Haushalte in Freiburg und Umgebung zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Grund waren in Leitungen gestürzte Bäume und ein in ein Umspannwerk gewehtes Wellblechdach, wie der Versorger Badenova in der baden-württembergischen Stadt mitteilte. Mehrere Freiburger Stadtteile und umliegende Gemeinden waren betroffen. Erst rund sieben Stunden nach den ersten Störungen war die Stromversorgung überall wieder hergestellt.

Textgröße ändern: