Deutsche Tageszeitung - Rätselhafter Mordfall Peggy: Schmerzensgeldklage von Mutter scheitert

Rätselhafter Mordfall Peggy: Schmerzensgeldklage von Mutter scheitert


Rätselhafter Mordfall Peggy: Schmerzensgeldklage von Mutter scheitert
Rätselhafter Mordfall Peggy: Schmerzensgeldklage von Mutter scheitert / Foto: © AFP/Archiv

In dem bis heute unaufgeklärten Mordfall Peggy hat das Landgericht im bayerischen Hof eine Schmerzensgeldklage der Mutter der Neunjährigen zurückgewiesen. Die gegen einen zwischenzeitlich als Verdächtigen in der Sache geltenden Mann gerichtete Klage sei unbegründet, entschied das Gericht in der am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung. Peggys Mutter wollte mindestens 75.000 Euro, weil sie 15 Jahre lang keine Kenntnis über den Verbleib ihres Kinds gehabt und dadurch psychische Beeinträchtigungen erlitten habe.

Textgröße ändern:

Die aus dem oberfränkischen Lichtenberg stammende Peggy war 2001 nicht nach Hause gekommen. Erst 15 Jahre später konnten ihre sterblichen Überreste in einem Waldstück entdeckt werden. Strafrechtlich konnte die Ermordung des Kinds nicht aufgeklärt werden - ein noch vor dem Auffinden des Leichnams als Mörder verurteilter geistig beeinträchtigter Mann wurde später rechtskräftig freigesprochen.

Der nun auf Schmerzensgeld verklagte Mann hatte 2018 in einer Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei ausgesagt, Peggys Leiche in einem Bushäuschen von einem anderen Mann übernommen und in einem Waldstück abgelegt zu haben. Diese Vernehmung war unstrittig. Allerdings nahm der Mann seine Aussagen später wieder zurück.

Die Zivilkammer sei nach der Gesamtwürdigung nicht sicher überzeugt, dass der Mann tatsächlich die Leiche in das Waldstück im benachbarten Thüringen gebracht habe, urteilten die Richter in Hof. In mehreren Punkten gebe es Zweifel am Wahrheitsgehalt der damaligen Aussage.

So würden sich aus dem Vernehmungsprotokoll Anhaltspunkte ergeben, dass sich der Mann das Gesagte ausgedacht habe, hieß es weiter. Außerdem gebe es Widersprüche zwischen seiner Aussage und den tatsächlichen Feststellungen zum Verschwinden Peggys.

Das Landgericht sah aber auch keine rechtlichen Gründe für ein Schmerzensgeld von Peggys Mutter. Sie habe auch nicht auf anderen Wegen beweisen können, dass der Mann Peggys Leiche in dem Waldstück abgelegt habe. Damit habe sie nicht den eine Haftung begründenden Sachverhalt beweisen können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: