Deutsche Tageszeitung - Wohl erste Anklage wegen versuchten Mordes durch Geldautomatensprengung erhoben

Wohl erste Anklage wegen versuchten Mordes durch Geldautomatensprengung erhoben


Wohl erste Anklage wegen versuchten Mordes durch Geldautomatensprengung erhoben
Wohl erste Anklage wegen versuchten Mordes durch Geldautomatensprengung erhoben / Foto: © AFP/Archiv

Weil sie zahlreiche Geldautomaten in drei Bundesländern gesprengt und dabei Menschen in Gefahr gebracht haben sollen, haben Ermittler Anklage gegen sechs Menschen wegen versuchten Mordes erhoben. Es handle sich dabei wohl um die bundesweit erste Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Mittwoch mit. Angeklagt sind sechs Menschen aus den Niederlanden und Marokko.

Textgröße ändern:

Konkret wird ihnen neben versuchtem Mord die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, gewerbsmäßiger Diebstahl und Sachbeschädigung vorgeworfen. Die Gruppe soll zwischen Juni 2022 und Juni 2023 mehrere Geldautomaten in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gesprengt haben. Dabei soll sie gut 870.000 Euro Beute erlangt und mehr als zweieinhalb Millionen Euro Sachschäden verursacht haben.

Dem mutmaßlichen Haupttäter wird die Beteiligung an vier Sprengungen vorgeworfen. Die restlichen fünf sollen jeweils an mindestens einer Tat beteiligt gewesen sein.

Im Zusammenhang mit zwei der insgesamt sieben Taten wird der Gruppe versuchter Mord mit gemeingefährlichen Mitteln vorgeworfen. Die mutmaßlichen Täter sollen im Mai und im Juni 2023 den Tod von Unbeteiligten billigend in Kauf genommen haben. Im ersten Fall lag der gesprengte Geldautomat zentral in der Fußgängerzone im hessischen Bad Homburg. Wegen einer Bushaltestelle vor dem Gebäude hielten sich auch nachts viele Menschen dort auf.

Der zweite Fall betrifft einen gesprengten Geldautomaten in Frankfurt-Fechenheim, wo sich ebenfalls auch nachts viele Menschen aufhielten. Über der Bankfiliale liege eine Wohnung. Die Anklage geht davon aus, dass der Gruppe ihre fehlende Kontrolle über die Explosionswirkung bewusst war und diese für eine unbestimmte Zahl von Menschen tödliche Folgen hätte haben können. Insbesondere umherfliegende Splitter hätten eine tödliche Gefahr dargestellt.

Die sechs Männer sitzen seit Mai 2023 beziehungsweise Juni 2023 in Untersuchungshaft. Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens muss das Landgericht Frankfurt entscheiden.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: