Deutsche Tageszeitung - Bundesgerichtshof: Strafen für vier Angeklagte in Hawala-Komplex neu verhandeln

Bundesgerichtshof: Strafen für vier Angeklagte in Hawala-Komplex neu verhandeln


Bundesgerichtshof: Strafen für vier Angeklagte in Hawala-Komplex neu verhandeln
Bundesgerichtshof: Strafen für vier Angeklagte in Hawala-Komplex neu verhandeln / Foto: © AFP/Archiv

Im Komplex um ein sogenanntes Hawala-System muss das Landgericht Düsseldorf neu über die Strafen für vier der Angeklagten entscheiden. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob das Düsseldorfer Urteil vom April 2023 teilweise auf, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Beschlüssen hervorgeht. Die Feststellungen zu den Taten ließ der BGH aber bestehen. (Az. 3 StR 1/24)

Textgröße ändern:

Demnach waren die Männer auf unterschiedliche Art in das international agierende Hawala-Bankingsystem eingebunden. Bei diesem in Deutschland verbotenen System wechselt ausschließlich Bargeld den Besitzer. Die Angeklagten wurden zunächst zu Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und sechseinhalb Jahren verurteilt, unter anderem wegen Beihilfe zu illegalen Geldgeschäften, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung.

Dabei ging es um Bedrohungen, Gewalt und Entführungen im Streit um offenbar unterschlagene Gelder. Die vier Männer wandten sich an den BGH, um das Urteil überprüfen zu lassen. Dieser änderte die Schuldsprüche nun leicht ab. Über die Strafen muss deshalb in Düsseldorf noch einmal entschieden werden.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Textgröße ändern: