Deutsche Tageszeitung - Unterbringung in Psychiatrie nach Stoß von Steinerner Brücke in Regensburg

Unterbringung in Psychiatrie nach Stoß von Steinerner Brücke in Regensburg


Unterbringung in Psychiatrie nach Stoß von Steinerner Brücke in Regensburg
Unterbringung in Psychiatrie nach Stoß von Steinerner Brücke in Regensburg / Foto: © AFP/Archiv

Im Unterbringungsverfahren um den Stoß eines Syrers von der Steinernen Brücke im bayerischen Regensburg hat das dortige Landgericht kein ausländerfeindliches Motiv feststellen können. Auslöser für die Tat waren nach Überzeugung des Gerichts bipolare Wahnvorstellungen des Täters, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag mitteilte. Das Landgericht ordnete wie beantragt die Unterbringung des 29 Jahre alten Manns in der Psychiatrie an.

Textgröße ändern:

In ihrer Anklageschrift war die Staatsanwaltschaft von einem ausländerfeindlichen Motiv ausgegangen und hatte die Tat als versuchten Mord eingestuft. Nach der Beweisaufnahme rückten die Ankläger von dieser Annahme aber ebenfalls ab, wie die Gerichtssprecherin sagte. Demnach konnten keine niederen Beweggründe und keine Heimtücke bei dem Angreifer nachgewiesen werden, die Tat wurde als versuchter Totschlag eingestuft.

Der zur Tatzeit im vergangenen Oktober 20 Jahre alte Syrer hatte auf der Brüstung der Steinernen Brücke sitzend telefoniert, als ihn der Angreifer unvermittelt in die Tiefe stieß. Der Mann fiel 6,90 Meter tief auf einen steinernen Eisbrecher. Er überlebte den Sturz, Lebensgefahr bestand trotz der Fallhöhe und eines Schädel-Hirn-Traumas nicht.

Nach der Tat flanierte der Angreifer über die bei Touristen beliebte Brücke und zeigte einen Hitlergruß, weitere Ermittlungen zeigten ein nationalsozialistisches Gedankengut. Im Zusammenhang mit der Tat ließ sich dies aber nicht als Auslöser nachweisen.

Der Mann habe in seinen Wahnvorstellungen gedacht, dass der Syrer ein Drogenboss sei, den er töten müsse. Er sei auch überzeugt gewesen, den 20-Jährigen nicht unvermittelt angegriffen zu haben, sondern per Telepathie vorher mit ihm kommuniziert zu haben.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Textgröße ändern: