Deutsche Tageszeitung - Geldstrafen wegen illegalen Handels mit antiken Kunstschätzen in Hamburg

Geldstrafen wegen illegalen Handels mit antiken Kunstschätzen in Hamburg


Geldstrafen wegen illegalen Handels mit antiken Kunstschätzen in Hamburg
Geldstrafen wegen illegalen Handels mit antiken Kunstschätzen in Hamburg / Foto: © AFP/Archiv

In einem Prozess um einen versuchten illegalen Handel mit antiken Kulturgütern hat das Hamburger Landgericht am Montag zwei Männer zu Geldstrafen von 900 Euro sowie 1200 Euro verurteilt. Nach Angaben einer Sprecherin gelten die Strafen wegen überlanger Verfahrensdauer allerdings als bereits vollstreckt. Die Taten ereigneten sich 2014. Laut Anklage boten die Beschuldigten einem Kurator eines Hamburger Museums unter anderem ein goldenes thrakisches Trinkhorn an.

Textgröße ändern:

Darüber hinaus sollen die beiden Beschuldigten, die zum Zeitpunkt des Prozessbeginns im März 84 sowie 88 Jahre alt waren, dem Kurator unter anderem noch einen goldenen Trinkbecher aus der Zeit der Thraker sowie goldene Gürtelteile aus dem Reich der Sassaniden und eine mehr als 600 Kilogramm schwere Stele der Hethiter angeboten haben. Die Gegenstände stammten laut Anklage mutmaßlich aus Raubgrabungen und wurden illegal gehandelt.

Laut Staatsanwaltschaft ging der Kurator damals nur zum Schein auf die Offerten ein und schaltete die Polizei ein. Ursprünglich waren in dem Verfahren wegen versuchter Bandenhehlerei und noch drei weitere Männer angeklagt. Ein Beschuldigter starb. Gegen einen Angeklagten wurde das Verfahren nicht eröffnet, das Verfahren gegen den dritten eingestellt.

Bei dem 84-jährigen Beschuldigten handelte es sich nach früheren Angaben der Anklage um einen europaweit tätigten Vermittler antiker Kulturgüter. Dieser fasste demnach 2012 gemeinsam mit den übrigen Beschuldigten den Entschluss, unrechtmäßig in ihren Besitz gelangte antike Kunstschätze an Hamburger Museen zu verkaufen. Für das goldene thrakische Trinkhorn allein verlangten die Männer demnach eine Summe von eineinhalb Millionen Euro in bar.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Herbststurm "Luise" sorgt für Zugausfälle und Feuerwehreinsätze

Der Herbststurm "Luise" hat am Freitag im Westen und Südwesten Deutschlands für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte auf einem Stadtfest ein Gestell um, dabei wurden ein 58-Jähriger und ein 72-Jähriger schwer verletzt. Beide wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie die Polizei in Koblenz mitteilte.

Zehntausende in Taiwan nach Durchzug von Taifun "Champi" ohne Strom

Hunderte Verletzte, entwurzelte Bäume, zehntausende Haushalte ohne Strom: Der Taifun "Champi" ist über Taiwan hinweggefegt und hat dabei erhebliche Schäden in dem Inselstaat angerichtet. Zahlreiche Einsatzkräfte arbeiteten nach Angaben der Behörden am Samstag daran, die Stromversorgung für rund 56.000 Haushalte wiederherzustellen. Seit Donnerstag, als die ersten Warnungen vor dem Taifun ausgegeben wurden, kam ein Mensch ums Leben und etwa 500 weitere wurden verletzt.

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Textgröße ändern: