Deutsche Tageszeitung - Vom Iran unterstützte Huthi-Miliz greift Tel Aviv mit Drohne an - ein Todesopfer

Vom Iran unterstützte Huthi-Miliz greift Tel Aviv mit Drohne an - ein Todesopfer


Vom Iran unterstützte Huthi-Miliz greift Tel Aviv mit Drohne an - ein Todesopfer
Vom Iran unterstützte Huthi-Miliz greift Tel Aviv mit Drohne an - ein Todesopfer / Foto: © AFP

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben vom Jemen aus Tel Aviv mit einer Drohne angegriffen. Der Angriff in der Nacht zum Freitag traf ein Ziel in der Nähe eines US-Botschaftsgebäudes, nach Angaben der Rettungsdienste wurde ein Mensch getötet. Die Drohne aus iranischer Produktion "wurde aus unserer Sicht vom Jemen aus gestartet", sagte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari. Huthi-Sprecher Jahja Saree sagte, die Drohne sei in der Lage gewesen, die israelischen Abfangsysteme "zu umgehen".

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Nach ersten Erkenntnissen sei für den Angriff eine iranische Drohne vom Typ Samad-3 verwendet worden, sagte Armeesprecher Hagari weiter. Diese sei aufgerüstet worden, um ihre Reichweite zu erhöhen. Die Huthis hatten zuvor erklärt, ihre "Drohnenstreitkräfte" hätten Tel Aviv ins Visier genommen.

Bei dem nächtlichen Angriff im Zentrum von Tel Aviv wurde nach Angaben der Rettungsdienste ein Mensch getötet, vier weitere wurden leicht verletzt. Zunächst war die Ursache unklar, die Rettungsdienste berichteten anfangs von einer Explosion gegen 03.12 Uhr (02.12 Uhr MESZ).

Laut einem Polizeisprecher wurde ein Gebäude nahe der zentralen Ben-Jehuda-Straße getroffen - unweit eines Nebengebäudes der US-Botschaft, wie ein AFP-Reporter berichtete. An dem Einschlagsort sei ein etwa 50-jähriger Mann tot in seiner Wohnung gefunden worden, der von Splittern getroffen worden sei, teilte die Polizei weiter mit. Der Anwohner Kenneth Davis berichtete, er sei von einer starken Vibration eines sehr lauten Geräuschs aus dem Schlaf gerissen worden. Bei der darauffolgenden Explosion sei "alles aus dem Zimmer geflogen".

Vor dem Angriff hatte es keinerlei Vorwarnungen der Sicherheitskräfte gegeben. Nach Angaben der Armee wurden keine Warnsirenen aktiviert. Die Luftwaffe habe ihre Luftpatrouillen verstärkt, um den israelischen Luftraum zu schützen.

Laut einem israelischen Armeevertreter wurde bei dem Angriff "eine sehr große Drohne, die große Entfernungen zurücklegen kann", eingesetzt. Zwar sei die Drohne von der Luftwaffe entdeckt worden, doch habe ein "menschlicher Fehler" dazu geführt, "dass die Abfang- und Verteidigungssysteme nicht in Betrieb waren".

Bereits zuvor hatten die Huthis, die große Teile der Küste des Bürgerkriegslands Jemen am Roten Meer kontrollieren, Angriffe auf israelische Städte wie Eilat, Aschdod und Haifa für sich reklamiert. Seit November greifen die Huthis zudem verstärkt internationale Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an. Mit ihren Angriffen will die Miliz nach eigenen Angaben die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas unterstützen, die am 7. Oktober Israel überfiel und damit den Krieg im Gazastreifen auslöste.

Bei dem Hamas-Überfall waren nach israelischen Angaben 1195 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden. Als Reaktion auf den Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 38.800 Menschen getötet. Der Krieg dauert seit mehr als neun Monaten an.

(M.Dylatov--DTZ)

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