Deutsche Tageszeitung - Schleuse in Baden-Württemberg gerammt: Anklage gegen mutmaßlich betrunkene Steuerfrau

Schleuse in Baden-Württemberg gerammt: Anklage gegen mutmaßlich betrunkene Steuerfrau


Schleuse in Baden-Württemberg gerammt: Anklage gegen mutmaßlich betrunkene Steuerfrau
Schleuse in Baden-Württemberg gerammt: Anklage gegen mutmaßlich betrunkene Steuerfrau / Foto: © AFP/Archiv

Achteinhalb Monate nachdem ein Schiff eine Rheinschleuse in Baden-Württemberg rammte, hat die Staatsanwaltschaft Offenburg Anklage gegen die Steuerfrau erhoben. Der 50-Jährigen wird fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs vorgeworfen, wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte. Das niederländische Binnenschiff war im November auf dem Weg von der Schweiz nach Karlsruhe gegen das geschlossene Tor einer der beiden Kammern der Schleuse in Iffezheim gefahren.

Textgröße ändern:

Das Tor wurde durch den Aufprall komplett zerstört. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entstand ein Sachschaden von mehr als zwei Millionen Euro an der Schleusenanlage. Die Steuerfrau sei alkoholisiert gewesen, ihre Blutalkoholkonzentration habe mindestens 1,13 Promille betragen. Darum sei sie nicht in der Lage gewesen, das Schiff sicher zu steuern.

Für diesen Abschnitt des Rheins ist das Amtsgericht Kehl als Schifffahrtsgericht zuständig. Es entscheidet nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens.

Vor einer Woche erst durfte das Schiff wieder weiterfahren, nachdem es zuvor beschlagnahmt worden war. Das Landgericht Baden-Baden wies damals nach einer Verständigung zwischen der Eigentümerin, einer Gesellschaft niederländischen Rechts, und der Bundesrepublik Deutschland die zuständige Gerichtsvollzieherin an, Kette und Schloss von dem Schiff zu entfernen.

Es ist aber weiter gepfändet und darf darum vorläufig nur auf dem Rhein und auf deutschen, belgischen, luxemburgischen und niederländischen Wasserstraßen unterwegs sein. Die Bundesrepublik macht einen Schadensersatzanspruch in siebenstelliger Höhe gegen die Eigentümerin geltend.

Sollte die Steuerfrau strafrechtlich verurteilt werden, drohen ihr nach Angaben der Offenburger Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Viele Opfer nach Einsturz von mehrstöckigem Gebäude in Nairobi befürchtet

Nach dem Einsturz eines im Bau befindlichen mehrstöckigen Gebäudes in Kenias Hauptstadt Nairobi werden mehrere Todesopfer befürchtet. Das Unglück habe sich am Freitag in dem Stadtteil Eastleigh ereignet, teilte das Rote Kreuz im Onlinedienst X mit. Örtliche Medien berichteten von möglichen Opfern unter den Trümmern. Auf Bildern vom Unglücksort war eine große Menschenmenge zu sehen. Örtlichen Medien zufolge kam es nach dem Einsturz zu Plünderungen.

Anklage in Rheinland-Pfalz: Bürgermeister soll Beamtem keine Aufgaben gegeben haben

Weil er einem Beamten über Jahre hinweg trotz voller Bezüge keine Arbeitsaufträge gegeben haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen einen ehemaligen Verbandsbürgermeister aus Rheinland-Pfalz erhoben. Ihm wird Untreue im besonders schweren Fall vorgeworfen, wie die Behörde am Freitag mitteilte. In dem Zusammenhang erhob sie eine weitere Anklage gegen einen zwischenzeitlich suspendierten leitenden Beamten der Verbandsgemeinde wegen Untreue.

Textgröße ändern: