Deutsche Tageszeitung - Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 53 Polizisten verletzt

Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 53 Polizisten verletzt


Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 53 Polizisten verletzt
Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 53 Polizisten verletzt / Foto: © AFP

Nach dem tödlichen Messerangriff auf Kinder bei einem Taylor-Swift-Tanzkurs in Nordengland ist es am Dienstagabend zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Randalierern und der Polizei gekommen. Dabei wurden in der Küstenstadt Southport laut Polizeiangaben vom Mittwoch 53 Sicherheitsbeamte verletzt, mindestens acht von ihnen schwer. Die Polizeichefin der Region Merseyside, Serena Kennedy, sagte, ihre Einheit sei "absolut vorbereitet" auf weitere mögliche Unruhen.

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Die Zusammenstöße ereigneten sich im Anschluss an eine Mahnwache im Zentrum von Southport. Dort hatten hunderte Menschen der Opfer des Messerangriffs vom Montag mit einer Schweigeminute gedacht. Drei Mädchen im Alter von sechs, sieben und neun Jahren waren nach Polizeiangaben getötet worden. Kurz nach der Tat wurde ein 17-jähriger Verdächtiger festgenommen.

Rund 100 Randalierer lieferten sich anschließend Kämpfe mit der Polizei und legten Feuer. Bei den Randalierern handelt es sich vermutlich um von außerhalb angereiste Anhänger der rechtsextremen English Defence League.

Nach Angaben eines AFP-Reporters waren dicke Rauchschwaden zu sehen. Einige Randalierer steckten laut Polizei Fahrzeuge in Brand, "warfen Ziegelsteine auf eine Moschee und beschädigten einen Lebensmittelladen".

Wie die Polizei später mitteilte, wurden 53 Beamte verletzt, mindestens acht von ihnen schwer. Vier Verdächtige seien festgenommen worden. Rettungsdienste hatten zuvor von 39 verletzten Polizeibeamten berichtet.

Die regionale Polizeichefin Kennedy sagte, ihre Beamten seien "gut vorbereitet" gewesen und hätten "ausreichende Ressourcen" zur Verfügung gehabt. Die Zahl der aufgetauchten Randalierer habe aber am Dienstagabend rasch zugenommen, so dass die Situation "sehr schnell" eskaliert sei.

Die Menschen in Southport seien angesichts möglicher neuer Unruhen "wirklich besorgt". Die Polizei werde daher weiterhin von anderen regionalen Einheiten unterstützt. Dies werde sicherstellen, "dass sich eine solche Situation wie gestern Abend nicht wiederholt".

Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Gewalt vom Dienstag als "Beleidigung" der trauernden Bevölkerung und kündigte eine Bestrafung der Verantwortlichen an. Im Onlinedienst X erklärte er: "Diejenigen, die die Mahnwache für die Opfer von Gewalt und Brutalität missbraucht haben, haben die Gemeinschaft in ihrer Trauer beleidigt. Sie werden die ganze Kraft des Gesetzes zu spüren bekommen".

Innenministerin Yvette Cooper prangerte "beschämende Szenen" an. Es sei "erschütternd", dass die Polizei, "die nach dem Messerangriff eine dringende strafrechtliche Untersuchung durchführt", zu einer "Zielscheibe von Gewalt" geworden sei, erklärte sie.

Nach dem Angriff am Montagnachmittag bei einem Kindertanzkurs zur Musik von US-Popstar Taylor Swift starben zunächst zwei Mädchen im Alter von sechs und sieben Jahren. Eine Neunjährige erlag am Dienstag ihren Verletzungen. Acht weitere Kinder wurden verletzt, ebenso zwei Erwachsene, die den Kindern zur Hilfe kamen.

Die Polizei nahm einen 17-Jährigen fest, der aus Cardiff in Wales stammt und in der Kleinstadt Banks in der Nähe von Southport wohnt. Nach Angaben des Senders BBC stammt die Familie des Festgenommenen aus Ruanda. Warum der Jugendliche die Kinder mit dem Messer angriff, war weiter unklar.

In Onlinenetzwerken wurde heftig über die Nationalität des 17-Jährigen, seine Religion sowie den Zeitpunkt seiner Ankunft in Großbritannien diskutiert. Der umstrittene britische Influencer Andrew Tate, dem Vergewaltigung vorgeworfen wird, erklärte bei X, der Angreifer sei ein "illegaler Migrant".

Die Polizei machte die Spekulationen im Internet für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. An den Zusammenstößen seien zudem viele Menschen beteiligt gewesen, "die nicht in der Region Merseyside leben", sagte der stellvertretende Polizeichef Alex Goss.

Der Zentralrat der Muslime in Großbritannien erklärte seinerseits, die islamfeindliche Reaktion habe mit Falschinformationen begonnen, die von einer russischen Nachrichtenseite geschürt worden seien.

(O.Tatarinov--DTZ)

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