Deutsche Tageszeitung - DLRG: In diesem Jahr bereits mindestens 253 Menschen in Deutschland ertrunken

DLRG: In diesem Jahr bereits mindestens 253 Menschen in Deutschland ertrunken


DLRG: In diesem Jahr bereits mindestens 253 Menschen in Deutschland ertrunken
DLRG: In diesem Jahr bereits mindestens 253 Menschen in Deutschland ertrunken / Foto: © AFP/Archiv

In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sind in Deutschland mindestens 253 Menschen bei Bade- und Wasserunfällen ums Leben gekommen. Das sind 35 Menschen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Allein seit Beginn der Badesaison Anfang Mai ertranken laut Zwischenbilanz der Organisation rund 150 Menschen. "Bei einem beständigeren Sommer wären sicher noch mehr Menschenleben zu beklagen gewesen", erklärte DLRG-Präsidentin Ute Vogt.

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In Seen kamen bislang 77 Menschen um, im Vorjahreszeitraum 2023 waren es noch 82. Zum dritten Mal in Folge gab es zudem mehr tödliche Unglücke in Flüssen. Bis zum 31. Juli 2024 waren es 92 Fälle, im Vergleichszeitraum 2023 waren es noch 77. Vogt riet generell vom Schwimmen in Flüssen ab. "Die strömenden Gewässer bergen die meisten Gefahren", warnte sie. Die Todesfälle in Seen und Flüssen machen zwei Drittel der Gesamtzahl aus.

13 Menschen ertranken in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres im Mee - zehn davon in der Ostsee, drei weitere in der Nordsee. Im Vorjahreszeitraum waren es noch neun Fälle. Überwiegend handelte es sich dabei um Boots- und Wassersportunfälle sowie Badeunfälle frühmorgens oder spätabends. In Schwimmbädern kamen laut DLRG acht Menschen ums Leben.

Knapp jedes dritte Todesopfer, dessen Alter bekannt ist, war älter als 70 Jahre. 64 Ertrunkene gehörten dieser Altersgruppe an. Weitere 60 Tote waren zwischen 50 und 70 Jahren alt. Damit nahm die Zahl der Ertrunkenen über 50 Jahren laut DLRG-Bilanz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41 zu. Bei älteren Schwimmern sind demnach häufig Vorerkrankungen Ursache für Badeunfälle. Bei Kindern bis zehn Jahren gab es bisher sieben Todesopfer.

Bei Freizeitaktivitäten wie Stand-Up-Paddling oder Bootfahren wurden bis Ende Juli 20 tödliche Unfälle erfasst. Schon jetzt ist die Zahl so hoch wie im ganzen Vorjahr. Die DLRG riet, beim Wassersport Schwimmwesten zu tragen. "Leider denken viele Menschen zu wenig über ihre eigene Sicherheit nach, treffen keine Vorkehrungen und überschätzen ihr Können", erklärte Vogt.

Menschen erlitten auch in Hochwassergebieten Unfälle, betonte die DLRG. Der Klimawandel gehe aber auch insgesamt mit neuen Herausforderungen beim Thema Sicherheit einher. Menschen hielten sich über längere Zeit im Jahr verstärkt am Wasser auf, was die Wahrscheinlichkeit für Unfälle erhöhe. Häufigere Hochwasserlagen bedrohten zusätzlich die Leben von Menschen.

Die DLRG forderte zudem, den Trend zu immer mehr Nichtschwimmern zu stoppen. Vogt forderte zudem mehr Aufklärungsarbeit über Gefahren in Gewässern und bei Hochwasser.

(V.Sørensen--DTZ)

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