Deutsche Tageszeitung - Hinrichtung von autistischem Mann in Texas ausgesetzt - Mann in Alabama hingerichtet

Hinrichtung von autistischem Mann in Texas ausgesetzt - Mann in Alabama hingerichtet


Hinrichtung von autistischem Mann in Texas ausgesetzt - Mann in Alabama hingerichtet
Hinrichtung von autistischem Mann in Texas ausgesetzt - Mann in Alabama hingerichtet / Foto: © Innocence Project/AFP/Archiv

Die Justiz im US-Bundesstaat Texas hat in letzter Minute die Hinrichtung eines autistischen Mannes ausgesetzt. Die Vollstreckung des Todesurteils gegen den 57-jährigen Robert Roberson werde aufgeschoben, damit er vor einem Parlamentsausschuss aussagen könne, entschied der Oberste Gerichtshof von Texas am Donnerstagabend.

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Eine parteiübergreifende Gruppe von 86 texanischen Abgeordneten hatte unter Berufung auf "umfangreiche neue wissenschaftliche Beweise" auf eine Begnadigung Robersons gedrängt und ihn für Montag zu einer Anhörung vorgeladen. "Wenn das Urteil vollstreckt wird, kann der Zeuge offensichtlich nicht (zur Anhörung) erscheinen", erklärte Richter Evan Young zur Urteilsbegründung.

Roberson war im Zusammengang mit dem Tod seiner zweijährigen Tochter im Jahr 2002 verurteilt worden. Seine Anwälte zweifeln die vom Krankenhaus festgestellte Todesursache eines Schütteltraumas an und führen den Tod des Kleinkindes stattdessen auf eine falsch behandelte Lungenentzündung zurück.

Vollzogen wurde am Donnerstag hingegen die Hinrichtung von Ryan Dearman, der im Bundesstaat Alabama wegen der Ermordung mehrerer Menschen mit einer Axt verurteilt worden war. Der 36-Jährige, der die Morde gestanden hat, wurde mit einer Giftspritze hingerichtet.

Bisher wurde in diesem Jahr in den USA 20 Mal die Todesstrafe vollstreckt. 2023 waren es nach Angaben des Informationszentrums für Todesstrafen insgesamt 24 Hinrichtungen. Am höchsten war die Zahl im Jahr 1999 mit 98 Hinrichtungen. Die Todesstrafe wurde in 23 der 50 US-Bundesstaaten abgeschafft. In sechs weiteren Bundesstaaten sind Moratorien in Kraft.

(V.Varonivska--DTZ)

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