Deutsche Tageszeitung - Bundesanwaltschaft nimmt Unterstützer von Linksextremisten um Lina E. fest

Bundesanwaltschaft nimmt Unterstützer von Linksextremisten um Lina E. fest


Bundesanwaltschaft nimmt Unterstützer von Linksextremisten um Lina E. fest
Bundesanwaltschaft nimmt Unterstützer von Linksextremisten um Lina E. fest / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesanwaltschaft hat einen seit Jahresbeginn per Haftbefehl gesuchten mutmaßlichen Linksextremisten aus dem Umfeld der verurteilten Linksextremistin Lina E. festnehmen lassen. Thomas J. sei am Montag durch Beamte des Bundeskriminalamts und des Landeskriminalamts Sachsen in Berlin festgenommen worden, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag in Karlsruhe mit.

Textgröße ändern:

Bei ihm bestehe der dringende Verdacht der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung sowie der Sachbeschädigung. Er sollte noch am Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Die Karlsruher Ermittler gehen nach Angaben einer Sprecherin der Behörde davon aus, dass J. nicht Mitglied, sondern nur Unterstützer der Gruppe um E. war. In dieser Rolle soll er sich deren Mitgliedern und anderen Linksextremisten als Kampftrainer zur Verfügung gestellt haben. Er soll mindestens ein Training veranstaltet haben.

Außerdem soll er im Oktober vor fünf Jahren an einem Überfall auf eine als Treffpunkt von Neonazis geltende Gaststätte im thüringischen Eisenach beteiligt gewesen sein. Dabei soll J. mit anderen in die Gaststätte eingedrungen sein und dort Inventar zerstört haben.

Außerdem soll er mitgeholfen haben, den Inhaber und die Besucher der Gaststätte zu attackieren. Für einen weiteren geplanten Überfall war J. den Erkenntnissen zufolge als Teil des Angriffskommandos vorgesehen.

E. und drei weitere Linksextremisten wurden im Mai vergangenen Jahres vom sächsischen Oberlandesgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die damals 28-jährige E. erhielt fünf Jahre und drei Monate Gefängnis. Die Gruppe war dem Urteil zufolge an mehreren Überfällen auf tatsächliche und vermeintliche Neonazis beteiligt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Ungarische Staatsanwaltschaft nimmt Ex-Zentralbankchef und Orbán-Vertrauten fest

In einem der spektakulärsten Korruptionsfälle des Landes hat die ungarische Staatsanwaltschaft den früheren Zentralbankchef György Matolcsy festnehmen lassen. Dem ehemals engen Vertrauten von Ex-Regierungschef Viktor Orban sowie weiteren Beschuldigten werde unter anderem Wirtschaftsbetrug vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die Beschuldigten seien vernommen worden und befänden sich in Gewahrsam. Matolcsys Anwalt Pal Batki bestätigte eine Festnahme wegen Wirtschaftsbetrugs und Urkundenfälschung, machte jedoch keine weiteren Angaben.

Urteil: 17-Jähriger mit Einkommen muss zu hohen Unterhaltsvorschuss zurückzahlen

Ein junger Mann aus Thüringen muss etwa 300 Euro Unterhaltsvorschuss zurückzahlen, weil er in dem Monat bereits selbst Geld verdiente. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am Mittwoch seine Klage gegen die Stadt Gera ab. Der Kläger war im maßgeblichen Monat noch 17 Jahre alt. (Az. 5 C 6.25)

Frau in Baden-Württemberg in Kopf geschossen: Lebenslange Haft wegen Mordes

Weil er seine Frau mit einem Schuss in den Kopf getötet haben soll, ist ein 38-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht im baden-württembergischen Ellwangen sprach ihn am Mittwoch wegen Mordes schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

NS-Parolen in sozialen Netzwerken: Zweieinhalb Jahre Haft in Rheinland-Pfalz

Wegen der Verwendung von NS-Parolen im Zusammenhang mit israelfeindlichen Beiträgen in sozialen Medien ist ein 27-Jähriger in Rheinland-Pfalz zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Koblenz sprach ihn am Mittwoch unter anderem wegen Volksverhetzung in fünf Fällen und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Textgröße ändern: