Deutsche Tageszeitung - Serienvergewaltiger Pelicot zeigt sich vor Gericht reumütig

Serienvergewaltiger Pelicot zeigt sich vor Gericht reumütig


Serienvergewaltiger Pelicot zeigt sich vor Gericht reumütig
Serienvergewaltiger Pelicot zeigt sich vor Gericht reumütig / Foto: © AFP

Im Missbrauchsprozess von Avignon hat der Serienvergewaltiger Dominique Pelicot sich mit Blick auf seine Familie reumütig gezeigt. "Ich hatte keine Ahnung, dass ich ihnen so viel Leid angetan habe", sagte er am Mittwoch bei seiner letzten Anhörung von Gericht. "Ich bedaure, was ich getan habe."

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Pelicot wandte sich auch direkt an seine Tochter Caroline, die ihrem Vater vorwirft, sie - wie ihre Mutter - mit Medikamenten betäubt und missbraucht zu haben.

"Ich kann ihr nicht das Gegenteil beweisen", sagte er. "Es fällt mir schwer, sie so zu sehen, ich möchte mit ihr darüber reden", begann der Angeklagte, bevor seine Tochter ihm von der anderen Seite des Gerichtssaals aufgebracht das Wort abschnitt. "Gib es doch zu, vor diesem Gericht", schrie sie ihn an. "Ich werde Dich niemals wiedersehen. Du wirst allein zugrunde gehen."

Am Nachmittag werden die Plädoyers der Nebenklage erwartet. Gisèle Pelicot, die von ihrem Mann über Jahre hinweg immer wieder betäubt und gemeinsam mit fremden Männern vergewaltigt wurde, hatte während des Prozesses betont: "Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung". Mehrere der 51 Angeklagten hatten argumentiert, sie hätten den Eindruck gehabt, sich an einem sexuellen Spiel eines freizügigen Paares zu beteiligen, in dem sich die Frau nur schlafend stellt.

Dominique Pelicot hatte den Mitangeklagten - und zahlreichen weiteren Männern, die nicht identifiziert werden konnten - in Internetforen angeboten, seine betäubte Frau zu vergewaltigen. Nur wenige der Angeklagten hatten sich in dem seit Anfang September laufenden Prozess bei Gisèle Pelicot für ihre Taten entschuldigt.

Gisèle Pelicot wird in Frankreich inzwischen als feministische Heldin gefeiert. "Es ist an der Zeit, Vergewaltigung mit anderen Augen zu sehen", hatte die 72-Jährige am Vortag bei ihrer letzten Anhörung erklärt und vor der "Verharmlosung" sexueller Gewalt gewarnt.

Von Montag an soll die Staatsanwaltschaft ihre Plädoyers halten, anschließend sind die Anwälte der Angeklagten an der Reihe. Das Urteil soll spätestens am 20. Dezember fallen.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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