Deutsche Tageszeitung - Attacke mit Molotowcocktail bei EM in Hamburg: Psychisch kranker Mann vor Gericht

Attacke mit Molotowcocktail bei EM in Hamburg: Psychisch kranker Mann vor Gericht


Attacke mit Molotowcocktail bei EM in Hamburg: Psychisch kranker Mann vor Gericht
Attacke mit Molotowcocktail bei EM in Hamburg: Psychisch kranker Mann vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Rund fünf Monate nach einem Angriff mit einem Molotowcocktail und einem Hammer am Rande eines Fanmarsches bei der Fußballeuropameisterschaft in Hamburg muss sich ein 39-Jähriger seit Dienstag vor Gericht verantworten. Der Mann gilt aufgrund einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig. Gegen ihn wird deshalb in einem Sicherungsverfahren verhandelt.

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Dem Mann werden unter anderem versuchter Totschlag in zwei Fällen sowie Bedrohung vorgeworfen. Er attackierte am 16. Juni Passanten und Polizisten nahe der Reeperbahn, bevor Beamte ihn mit Beinschüssen stoppten.

Ein Polizist konnte laut Anklage einem Hammerschlag des Beschuldigten ausweichen, zur Zündung seines selbstgebauten Brandsatzes kam der Täter aufgrund der Schüsse nicht mehr. Außer dem mutmaßlichen Täter wurde niemand verletzt. Am Dienstag erfolgte einer Gerichtssprecherin zufolge zunächst die Verlesung der sogenannten Antragsschrift, der Mann gestand danach teilweise. Für das Verfahren sind Termine bis Dezember angesetzt.

Der Vorfall ereignete sich am Rande eines Marsches niederländischer Fans vor einem Europameisterschaftsspiel zwischen den Niederlanden und Polen in einer Nebenstraße der Reeperbahn. In der Umgebung hielten sich gerade tausende Menschen auf. Das Geschehen löste damals größere Aufmerksamkeit aus, im Internet und sozialen Netzwerken kursierten auch Videoaufnahmen.

Der Verdächtige kam nach damaligen Polizeiangaben aus einem Lokal und begann, Menschen zu attackieren. In dem Bereich hielten sich gerade viele Polizisten auf, die sofort eingriffen. Ob ein konkreter Zusammenhang mit der Europameisterschaft und dem Fanmarsch bestand, blieb damals zunächst offen. Das Motiv des Manns war unklar. Früheren Medienberichten nach soll er schon seit längerem unter schweren psychischen Problemen leiden.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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