Deutsche Tageszeitung - VW-Dieselskandal: Anklage wegen Betrugs gegen vier ehemalige Continental-Manager

VW-Dieselskandal: Anklage wegen Betrugs gegen vier ehemalige Continental-Manager


VW-Dieselskandal: Anklage wegen Betrugs gegen vier ehemalige Continental-Manager
VW-Dieselskandal: Anklage wegen Betrugs gegen vier ehemalige Continental-Manager / Foto: © AFP/Archiv

Fast zehn Jahre nach Auffliegen des Dieselskandals bei Volkswagen hat die Staatsanwaltschaft Hannover Anklage gegen vier ehemalige Manager des Zulieferers Continental erhoben. Dem ehemaligen Vorstandschef sowie drei ehemaligen Führungskräften werde "Beihilfe zum Betrug in mittelbarer Täterschaft" in mehr als drei Millionen Fällen vorgeworfen, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Manager seien "in enger Abstimmung mit Verantwortlichen von VW" an der Entwicklung des Motorentyps EA 189 beteiligt gewesen.

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Das Motorenmodell steht im Zentrum des 2015 aufgeflogenen Betrugsskandals. Fahrzeuge mit diesem Dieselmotor der Abgasklasse Euro 5 hielten gesetzliche Schadstoffgrenzwerte nur auf dem Prüfstand ein, aber nicht im normalen Straßenverkehr. Continental lieferte dem Hersteller VW die entsprechenden Motorsteuergeräte, "in welche die - nach Vorgaben von VW - vom Zulieferer programmierte Software integriert war, die als Abschalteinrichtung verwendet wurde", wie die Staatsanwaltschaft erklärte.

Die Software erkannte demnach behördliche Abgastests und reduzierte für diese Zeit die Emissionen, sodass die geltenden Grenzwerte eingehalten wurden. "Im Kundenbetrieb hingegen wurden insbesondere die Grenzwerte für Stickoxid-Emissionen erheblich überschritten." Den Angaben zufolge wurden zwischen November 2008 und September 2015 mehr als drei Millionen VW-Autos mit einem Motorsteuergerät von Continental verkauft, die keine Zulassung hätten erhalten dürfen.

Die nun angeklagten Continental-Manager würden verdächtigt, das Motorprojekt EA 189 "gefördert und die ihnen nachgeordneten Mitarbeiter trotz Kenntnis von der vorhandenen Abschalteinrichtung in der Fortführung des Projektes bestärkt zu haben", erklärte die Staatsanwaltschaft. Verfahren mit ähnlichen Vorwürfen gegen die Verantwortlichen bei VW, unter anderem Ex-Konzernchef Martin Winterkorn, laufen bereits seit Jahren vor dem Landgericht Braunschweig.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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