Deutsche Tageszeitung - Demonstranten im syrischen Duma fordern Aufklärung über vier verschwundene Aktivisten

Demonstranten im syrischen Duma fordern Aufklärung über vier verschwundene Aktivisten


Demonstranten im syrischen Duma fordern Aufklärung über vier verschwundene Aktivisten
Demonstranten im syrischen Duma fordern Aufklärung über vier verschwundene Aktivisten / Foto: © AFP

In der syrischen Stadt Duma sind am Mittwoch dutzende Menschen auf die Straße gegangen, um Aufklärung über das Schicksal von vier verschwundenen Menschenrechtsaktivisten zu fordern. Die Demonstranten hielten Fotos von Samira Chalil, Rasan Seituneh, Wael Hamada und Nasem al-Hammadi, die im Dezember 2013 von bewaffneten Männern aus dem Büro einer Nichtregierungsorganisation in der nahe Damaskus gelegenen Stadt entführt worden waren.

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Er und die anderen Demonstranten wollten "die ganze Wahrheit über zwei Frauen und zwei Männer erfahren, die vor 11 Jahren und 22 Tagen von diesem Ort verschwunden sind", sagte der Aktivist Jassin Al-Hadsch Saleh, der mit der entführten Samira Chalil verheiratet ist.

Die entführten Aktivisten hatten eine wichtige Rolle bei den Protesten gegen den damaligen syrischen Machthaber Baschar al-Assad gespielt, seit ihrem Verschwinden werden sie auch als "die vier aus Duma" bezeichnet. Bis heute ist unklar, wer hinter ihrer Entführung steckt.

In der als Hochburg der Assad-Gegner bekannten Stadt Duma machen viele die islamistische Gruppe Dschaisch al-Islam für die Entführungen verantwortlich, die Duma in der Anfangsphase des 2011 begonnenen syrischen Bürgerkriegs kontrolliert hatte. Ihm und anderen Aktivisten lägen "genug Beweise" gegen die Islamisten vor, erklärte Demonstrant al-Hadsch Saleh.

Die verschwundenen Aktivisten hatten auch über Menschenrechtsverletzungen durch Dschaisch al-Islam berichtet, die Gruppe bestreitet jede Verantwortung.

Im von fast eineinhalb Jahrzehnten Bürgerkrieg schwer gezeichneten Syrien ist das Schicksal zehntausender unter Assads Herrschaft verschwundener Menschen eine der zentralen Herausforderungen für die Übergangsregierung des Landes, die Assad am 8. Dezember gestürzt hatte.

(P.Hansen--DTZ)

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