Deutsche Tageszeitung - Prozess um Klage von Prinz Harry gegen Boulevardmedien verzögert

Prozess um Klage von Prinz Harry gegen Boulevardmedien verzögert


Prozess um Klage von Prinz Harry gegen Boulevardmedien verzögert
Prozess um Klage von Prinz Harry gegen Boulevardmedien verzögert / Foto: © AFP/Archiv

Der Beginn eines weiteren Prozesses von Prinz Harry gegen britische Boulevardmedien hat sich am Dienstag verzögert. Der High Court in London setzte den Prozessbeginn am Vormittag zweimal auf Bitten der Anwälte von Prinz Harry aus und vertagte ihn schließlich auf den Nachmittag. Daraufhin berichteten Journalisten ohne Angabe von Quellen, beide Seiten versuchten, den Prozess durch eine gütliche Einigung in letzter Minute zu vermeiden.

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Anwälte des Prinzen reagierten zunächst nicht auf eine AFP-Anfrage zu den Berichten. In dem Verfahren geht es um eine Klage des jüngsten Sohns von König Charles III. gegen die Mediengruppe NGN von Unternehmer Rupert Murdoch. Prinz Harry wirft der zu NGN gehörenden Boulevardzeitung "The Sun" und den mittlerweile eingestellten "News of the World" vor, Journalisten und Privatdetektive auf ihn angesetzt zu haben, um mit teilweise illegalen Methoden sein Privatleben auszuspähen. NGN weist die Vorwürfe zurück.

Prinz Harry führte in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Prozessen gegen britische Boulevardmedien und deren Verlage. Der 40-Jährige macht Paparazzi für den Tod seiner Mutter Diana 1997 in Paris verantwortlich. Im vergangenen Jahr gewann der jüngere Sohn von König Charles III. einen langwierigen Rechtsstreit um von Journalisten angezapfte Handys mit dem Medienkonzern Mirror Group Newspapers (MGN).

Die im Mittelpunkt des aktuellen Prozesses stehende Gruppe NGN hatte die "News of the World" 2011 eingestellt und sich für illegale Praktiken zur Informationsbeschaffung entschuldigt. Vorwürfe gegen die "Sun" hatte das Unternehmen dagegen zurückgewiesen. Seither einigte sich NGN mit rund 1300 Klägern und zahlte dabei laut Medienberichten rund eine Million Pfund (rund 1,2 Millionen Euro) an Schadenersatz und Anwaltskosten. Kein einziger Fall landete vor Gericht.

So hatte Schauspielstar Hugh Grant im vergangenen Jahr einer Einigung mit NGN zugestimmt. Nach eigenen Worten hätten ihm Gerichtskosten von bis zu zehn Millionen Pfund gedroht, falls er einen Prozess gegen die Verlagsgruppe gewonnen, aber die vom Gericht festgelegte Entschädigungssumme unter der von NGN angebotenen Zahlung gelegen hätte.

Prinz Harry zeigte bislang kein Interesse an einer außergerichtlichen Einigung. Vergangenen Monat sagte er der "New York Times", sein Ziel sei "Rechenschaft". Der Vorsitzende Richter im aktuellen Verfahren, Timothy Fancourt, verglich den Streit kürzlich mit einem Grabenkrieg "zwischen zwei unerbittlichen, aber gut ausgestatteten Gegnern".

(G.Khurtin--DTZ)

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