Deutsche Tageszeitung - Mindestens 15 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Fest Kumbh Mela in Indien

Mindestens 15 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Fest Kumbh Mela in Indien


Mindestens 15 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Fest Kumbh Mela in Indien
Mindestens 15 Tote bei Massenpanik bei Hindu-Fest Kumbh Mela in Indien / Foto: © AFP

In Nordindien sind bei einer Massenpanik beim Hindu-Fest Kumbh Mela nach Angaben eines Arztes mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen und viele weitere verletzt worden. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah am Mittwoch Rettungskräfte und Pilger, die Opfer vom Ort des Geschehens in der Stadt Prayagraj, wo das Festival stattfindet, wegtrugen. Indiens Premierminister Narendra Modi sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.

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Dutzende Angehörige warteten vor einem großen Zelt etwa einen Kilometer vom Unfallort entfernt, das während des Fests als Krankenhaus dient, auf Neuigkeiten ihrer Verwandten. Ein Beamter der Lokalregierung, Akanksha Rana, sagte der Nachrichtenagentur PTI, dass die Massenpanik in den frühen Morgenstunden begonnen habe, nachdem Sicherheitsabsperrungen "zerbrochen" seien.

Kumbh Mela gilt als größtes religiöses Fest der Welt. Es begann am 13. Januar, über den gesamten Zeitraum des Festes werden etwa 400 Millionen Pilger erwartet. Das seit Jahrhunderten gefeierte Fest dauert bis zum 26. Februar und findet dieses Mal in Prayagraj am Zusammenfluss des Ganges und des Yamuna in Nordindien statt. Der hinduistischen Mythologie zufolge kommt noch ein dritter, unsichtbarer Fluss hinzu, der Saraswati.

Der Mittwoch ist einer der heiligsten Tage des Festes, an dem Millionen ein rituelles Bad an dem Zusammenfluss nehmen, das sie von Sünden reinigen soll. Stattdessen gingen Beamte mit Lautsprechern über das Gelände und forderten die Pilger auf, sich vom Wasser fernzuhalten. "Wir bitten alle Gläubigen höflichst, nicht zum Hauptbadeplatz zu kommen", rief ein Mann durch ein Megafon. "Bitte kooperieren Sie mit dem Sicherheitspersonal."

Pilger Malti Pandey sagte der AFP, dass er gerade auf dem Weg zum Baden im Fluss entlang einer abgesperrten Strecke gewesen sei, als die Massenpanik begann. "Plötzlich begann eine Menschenmenge zu drängeln und viele Menschen wurden niedergewalzt", sagte der 42-Jährige.

Premierminister Modi bezeichnete die Ereignisse als "extrem traurig" und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Ich wünsche allen Verletzten eine rasche Genesung", erklärte er weiter. Der Anführer der Opposition, Rahul Gandhi, schob den Organisatoren des Fests die Schuld zu. In sozialen Medien erklärte Gandhi, "schlechte Organisation und die Tatsache, dass sich die Verwaltung lieber auf VIP-Gäste konzentriert hat, anstatt auf gewöhnliche Gläubige, sind für diesen tragischen Vorfall verantwortlich".

Wegen des Risikos von tödlichen Unfällen in den Menschenmassen hat die Polizei in diesem Jahr unter anderem hunderte Kameras auf dem Festgelände sowie den Zufahrtswegen aufgestellt. Schon zuvor hatte es bei dem Hindu-Fest Unglücke gegeben: Im Jahr 1954 starben mehr als 400 Menschen an einem einzigen Tag des Fests. 36 Menschen wurden im Jahr 2013 zu Tode gequetscht, auch damals fand das Kumbh-Mela-Fest im nordindischen Prayagraj statt.

(W.Novokshonov--DTZ)

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