Deutsche Tageszeitung - Familie von spanischem Siemens-Manager stirbt bei Hubschrauber-Absturz in New York

Familie von spanischem Siemens-Manager stirbt bei Hubschrauber-Absturz in New York


Familie von spanischem Siemens-Manager stirbt bei Hubschrauber-Absturz in New York
Familie von spanischem Siemens-Manager stirbt bei Hubschrauber-Absturz in New York / Foto: © AFP

Beim Absturz eines Hubschraubers in den Hudson bei einem Rundflug über der US-Metropole New York sind ein spanischer Siemens-Manager, seine Familie und der Pilot ums Leben gekommen. Keiner der sechs Insassen habe überlebt, sagte New Yorks Bürgermeister Eric Adams am Donnerstag. Das Unglück befeuerte die Kritik an den vielen Flügen über der größten Stadt der USA. Für viele Touristen ist es ein Highlight, New Yorks Wolkenkratzer und die Freiheitsstatue aus der Luft zu besichtigen.

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"Wir sind zutiefst bestürzt über den tragischen Hubschrauberabsturz, bei dem Agustín Escobar und seine Familie ums Leben gekommen sind", teilte der Siemens-Konzern am Freitag in München der Nachrichtenagentur AFP mit. Escobar war demnach Chef der Bahn-Sparte der Konzerntochter Siemens Mobility. Zuvor war er Chef von Siemens Spanien gewesen.

Die Siemens-Abspaltung Siemens Energy gab ihrerseits den Tod ihrer "Kollegin" Mercè Camprubí bekannt, laut US-Medien handelte es sich dabei um Escobars Frau. Mit dem Paar verunglückten seine drei Kinder.

Die Unglücksursache war zunächst unklar. Der Sender NBC4 berichtete, einer seiner eigenen Hubschrauber habe am Unfalltag wegen Windböen und dichter Wolken nicht starten können. Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA kündigte Ermittlungen gemeinsam mit der Verkehrssicherheitsbehörde an.

Örtliche Fernsehsender zeigten Videoaufnahmen, auf denen der Hubschrauber in der Luft Teile verlor und dann ungebremst in den Hudson-Fluss stürzte. Eine Augenzeugin sagte AFP, sie habe etwas gesehen "wie einen kleinen Blitz, der den Propeller zerschlagen hat". "Und dann ist er einfach so ins Wasser gestürzt", schilderte Belle Angel den Hubschrauberabsturz.

Nach Behördenangaben handelte es sich um einen Sightseeing-Flug einer Maschine vom Typ Bell 206. Der Hubschrauber sei am Donnerstagnachmittag um 14.59 Uhr (Ortszeit) im Süden der Insel Manhattan abgehoben, erklärte die New Yorker Polizei-Chefin Jessica Tisch. Um 15.17 Uhr ging dann ein Notruf wegen eines Helikopters im Wasser ein, wie ein Feuerwehr-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Zwei Menschen wurden nach offiziellen Angaben zunächst in ein Krankenhaus gebracht, wo sie jedoch für tot erklärt wurden. Aufnahmen vom Unglücksort zeigten die Landekufen des Hubschraubers, die neben dem West Side Highway in Manhattan aus dem Fluss ragten. Das Hubschrauberwrack war dabei von mehreren Booten umgeben. Feuerwehrboote und Polizisten aus New York und New Jersey waren am Unfallort, der Hudson ist eine viel befahrene Schifffahrtsstraße zwischen den beiden Bundesstaaten.

Der Pilot des Hubschraubers habe "über Funk gemeldet, dass er landen wird und dass er Treibstoff braucht", sagte der Eigentümer des Rundflug-Organisators New York Helicopter, Michael Roth, der Zeitung "Telegraph". "Er hätte eigentlich nur etwa drei Minuten brauchen müssen, aber 20 Minuten später war er immer noch nicht da."

US-Präsident Donald Trump sprach den Angehörigen der Absturzopfer sein Beileid aus. "Die Bilder von dem Unfall sind entsetzlich", erklärte er im Onlinedienst Truth Social.

Der Absturz könnte die Debatte über den regen Hubschrauber-Verkehr in New Yorks Luftraum befeuern. Helikopter-Flüge sind sowohl bei Touristen als auch bei Geschäftsleuten beliebt, die schnell von einem Termin zum nächsten gelangen wollen. Bei den New Yorkern stößt dies auch wegen des Lärms und der Abgase auf Kritik.

Brooklyns Bezirksbürgermeister Mark Levine forderte aus Sicherheitsgründen, den Luftverkehr über der größten US-Metropole stärker einzuschränken. Laut einer Zählung der "New York Times" sind seit 1977 insgesamt 32 Menschen bei Hubschrauber-Unglücken in der Stadt ums Leben gekommen. So starben 2018 beim Sturz eines Hubschraubers in den East River fünf Menschen, beim Zusammenstoß eines Hubschraubers mit einem Kleinflugzeug gab es 2009 sogar neun Tote.

2016 schloss die New Yorker Stadtverwaltung eine Vereinbarung, um die Zahl der touristischen Hubschrauberflüge von 60.000 auf 30.000 pro Jahr zu halbieren. Die Flüge dürfen demnach nur über dem Hudson und dem East River stattfinden, die Manhattan umgeben. Für einen 15- bis 20-minütigen Flug bezahlen Touristen etwa 200 Dollar (180 Euro) pro Person.

(O.Zhukova--DTZ)

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