Deutsche Tageszeitung - Franziskus wird am Mittwoch im Petersdom aufgebahrt und am Samstag beigesetzt

Franziskus wird am Mittwoch im Petersdom aufgebahrt und am Samstag beigesetzt


Franziskus wird am Mittwoch im Petersdom aufgebahrt und am Samstag beigesetzt
Franziskus wird am Mittwoch im Petersdom aufgebahrt und am Samstag beigesetzt / Foto: © VATICAN MEDIA/AFP

Der verstorbene Papst Franziskus wird am Samstag im Beisein von Staatschefs aus aller Welt in Rom beigesetzt. Die Bestattungszeremonie wird am Samstag ab 10.00 Uhr auf dem Petersplatz beginnen, wie der Vatikan am Dienstag mitteilte. Erwartet werden auch hunderttausende Gläubige. Danach sollen Franziskus' sterbliche Überreste in die Basilika Santa Maria Maggiore im Stadtzentrum Roms überführt und dort beerdigt werden.

Textgröße ändern:

Für die Beisetzung des am Ostermontag im Alter von 88 Jahren verstorbenen Oberhaupts der katholischen Kirche haben sich bereits zahlreiche Staats- und Regierungschefs angekündigt, unter ihnen US-Präsident Donald Trump, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der französische Staatschef Emmanuel Macron und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa werden nach Rom reisen, nicht aber der russische Präsident Wladimir Putin. Das katholisch geprägte Polen hat den Samstag zum Tag der nationalen Trauer erklärt. Italien verhängte am Dienstag eine fünftägige Staatstrauer.

Franziskus war am Montagabend in der Kapelle seiner Residenz Santa Marta aufgebahrt worden. Am Dienstagmorgen veröffentlichte der Vatikan erste Bilder des Pontifex im offenen Sarg. Der Leichnam des Papstes ist in ein rotes Messgewand gekleidet, trägt eine weiße Mitra - die traditionelle liturgische Kopfbedeckung des Papstes und der Bischöfe - und hat einen Rosenkranz in den Händen. Neben ihm stehen Männer der Schweizer Garde.

Die französische Ordensschwester und Untersekretärin der Bischofssynode, Nathalie Becquart, nahm bereits am Montagabend Abschied vom Papst. Sie sprach von einem "sehr bewegenden, sehr berührenden" Moment. "Für uns ist das eine Zeit der Trauer."

Am Mittwoch um 09.00 Uhr soll der Sarg in den Petersdom überführt werden. Gläubige können dort Abschied von dem Papst nehmen, der mit seiner Bescheidenheit und direkten Art sehr beliebt geworden war.

Der Argentinier mit dem bürgerlichen Namen Jorge Mario Bergoglio hat in seinem Testament selbst festgehalten, dass er nicht wie viele seiner Vorgänger im Petersdom beigesetzt werden soll, sondern in der Basilika Santa Maria Maggiore außerhalb des Vatikans. Die Basilika ist der Jungfrau Maria gewidmet. Laut seinem letzten Willen wünschte sich Franziskus ein "schlichtes" Grab "ohne besondere Verzierungen", das nur die Inschrift "Franciscus" trägt.

Der gesundheitlich schwer angeschlagene Papst war am Montagmorgen in seiner Residenz Santa Marta gestorben. Als Todesursache gab der Vatikan einen "Hirnschlag" und einen "irreversiblen Herzkreislauf-Zusammenbruch" an. Der Papst war im Februar und März wegen einer schweren Lungenentzündung wochenlang im Krankenhaus behandelt worden.

Franziskus' am 13. März 2013 begonnenes Pontifikat dauerte etwas länger als zwölf Jahre, der Argentinier folgte damals auf den zurückgetretenen deutschen Papst Benedikt XVI. Franziskus hatte zunächst die Hoffnung auf Reformen in der katholischen Kirche geweckt.

Später wich dieses Gefühl einer gewissen Ernüchterung: Er reformierte zwar die Vatikan-Behörden und gab der Kurie eine neue Verfassung, weitere Reformen versandeten aber. Die Positionen der katholischen Kirche zu Abtreibungen und dem Zölibat blieben unter dem Papst unverändert, zu Homosexuellen äußerte Franziskus sich widersprüchlich. Im Kampf gegen Kindesmissbrauch verordnete der Papst der Kirche mehr Transparenz, ging dabei aber nach Einschätzung von Opferverbänden nicht weit genug.

Unermüdlich setzte sich der 1936 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geborene Papst für Arme, Flüchtlinge, den Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit ein. Er scheute dabei keine offenen Worte und wurde damit zu einer wichtigen Stimme des Gewissens. Zugleich musste der Papst machtlos mit ansehen, wie bei Kriegen wie in der Ukraine und im Gazastreifen zehntausende Menschen getötet wurden - trotz seiner regelmäßigen Friedensappelle.

Der Tod des Papstes bringt nun ein Verfahren nach jahrhundertealten Traditionen in Gang. Es gipfelt in der Einberufung eines Konklaves der Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers. Das Konklave müsste laut den Vatikan-Regeln zwischen dem 15. und 20. Tag nach dem Tod des Papstes beginnen, also zwischen dem 5. und 10. Mai.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

17-Jährige in NRW nach Sturz mit Fahrrad von Auto überrollt und gestorben

Eine 17-Jährige ist in Nordrhein-Westfalen nach einem Sturz mit ihrem Fahrrad von einem Auto überrollt worden und gestorben. Sie erlag ihren schweren Verletzungen noch vor Ort, wie die Polizei Recklinghausen am Dienstag mitteilte. Demnach ereignete sich der Unfall am Montagabend in Herten.

Papst nach viertägigem Frankreich-Besuch nach Rom aufgebrochen

Papst Leo XIV. hat seinen viertägigen Frankreich-Besuch beendet und ist am Abend in Richtung Rom abgereist. Am Flughafen der Stadt Metz wurde er vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron verabschiedet, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind traurig, dass er geht, aber froh, dass alles gut verlaufen ist", sagte Macron.

Haftstrafen für drei Ägypter nach Mord an italienischem Studenten in Kairo

Rund zehn Jahre nach der Tötung des italienischen Studenten Giulio Regeni in Ägypten hat ein Gericht in Rom Haftstrafen gegen drei ägyptische Sicherheitsbeamte wegen der Entführung des damals 28-Jährigen verhängt. Die drei Männer wurden in Abwesenheit zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt, von den Mordvorwürfen aber freigesprochen, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Einen kompletten Freispruch gab es für einen vierten Angeklagten.

Papst beendet Frankreich-Reise mit Aufruf zu "kreativen" Friedensbemühen

Zum Abschluss seines Frankreich-Besuchs hat Papst Leo XIV. die Europäer eindringlich zu Friedensanstrengungen aufgerufen. Es sei notwendig, "Mut bei den Verhandlungen zu zeigen und bereit zu sein, bestimmte Positionen für das übergeordnete Wohl des Friedens aufzugeben", sagte der Papst am Montag in Metz im Beisein von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Ohne den Ukraine-Krieg ausdrücklich zu nennen, beklagte er ein "sinnloses Gemetzel, das jeden Tag unzählige zivile Opfer fordert".

Textgröße ändern: