Deutsche Tageszeitung - 88-jähriger Berliner stirbt nach Betäubung bei Raub: Lange Haft für Täterinnen

88-jähriger Berliner stirbt nach Betäubung bei Raub: Lange Haft für Täterinnen


88-jähriger Berliner stirbt nach Betäubung bei Raub: Lange Haft für Täterinnen
88-jähriger Berliner stirbt nach Betäubung bei Raub: Lange Haft für Täterinnen / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Tod eines 88-Jährigen Manns aus Berlin wegen einer Überdosis Beruhigungsmittel zur Begehung eines Raubs sind vier Frauen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Mit dem Medikament wollten sie ihr Opfer ausschalten, um seine Wohnung im Stadtteil Friedrichshain nach Wertgegenständen zu durchsuchen, wie der Vorsitzende Richter am Berliner Landgericht, Thomas Groß, am Montag sagte. Der Mann starb einige Wochen später an einer Lungenentzündung.

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Die Kammer verurteilte die Frauen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren zu Freiheitsstrafen zwischen viereinhalb und elf Jahren. Sie wurden unter anderem des schweren Raubs und Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen siebeneinhalb Jahren sowie 13 Jahren und sechs Monaten gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und fünf Jahren.

Die Frauen seien einem "dreckigen und niederträchtigen Geschäft" nachgegangen, indem sie durch Europa gezogen seien und gezielt die Gutmütigkeit alter Menschen ausgenutzt hätten, sagte Groß. "Sie sind dafür verantwortlich, dass Menschen schlecht über Sinti und Roma denken, obwohl das die Gesamtheit nicht verdient hat", sagte der Richter in Richtung der Anklagebank.

Der Berliner habe die Frauen "aus christlicher Nächstenliebe" im Februar 2023 in seine Wohnung gelassen, sagte Groß. Er habe ihnen Kaffee gekocht und eigens Kuchen besorgt. Die Frauen jedoch mischten ihm sechs Tabletten des Medikaments Lorazepam in ein Getränk, woraufhin er das Bewusstsein verlor. Daraufhin nahmen die Frauen Bargeld, Goldmünzen und Pelzmäntel an sich und flohen.

Nur dem damals eingesetzten Rettungsarzt sei es zu verdanken, dass die Tat überhaupt aufgedeckt worden sei, sagte Groß. Dieser ließ das Blut des Manns untersuchen, in dem eine hohe Dosis des Beruhigungsmittels gefunden wurde. Der 88-Jährige kam in ein Krankenhaus, erholte sich zunächst etwas, starb aber sechs Wochen nach der Tat an einer Lungenentzündung.

Der kausale Zusammenhang mit der Überdosis sei eindeutig, sagte Groß. Schließlich habe diese für den anfälligen Gesamtzustand des Manns gesorgt, was unter anderem an einer schlechten Sauerstoffsättigung erkennbar gewesen sei.

"Ihr Geschäft war nicht nur dreckig, es war auch tödlich", sagte Groß am Ende seiner Urteilsbegründung. Die Frauen, die alle Kinder haben, brachen unterdessen teils weinend zusammen. "Wer sehenden Auges in das Risiko geht, droht unterzugehen", sagte Groß. "Und genau das ist passiert."

(W.Novokshonov--DTZ)

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