Deutsche Tageszeitung - Heftiger Vulkanausbruch auf Sizilien: Ätna spuckt Lava, Asche und Gas

Heftiger Vulkanausbruch auf Sizilien: Ätna spuckt Lava, Asche und Gas


Heftiger Vulkanausbruch auf Sizilien: Ätna spuckt Lava, Asche und Gas
Heftiger Vulkanausbruch auf Sizilien: Ätna spuckt Lava, Asche und Gas / Foto: © AFP

Der Vulkan Ätna auf Sizilien ist erneut ausgebrochen: Der größte aktive Vulkan Europas stieß am Montag eine riesige Wolke aus Asche, Gas und Gestein aus. Der Ausbruch begann am späten Vormittag und zog sich bis zum Nachmittag, wie das italienische Vulkanforschungsinstitut INGV mitteilte. Zuvor sei vermutlich ein Teil des südöstlichen Kraters eingestürzt.

Textgröße ändern:

Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten "einen pyroklastischen Strom", der offenbar durch einen Zusammenbruch an der Nordflanke des südöstlichen Kraters ausgelöst wurde, erklärte das Forschungsinstitut. Pyroklastische Ströme entstehen, wenn Gestein, Asche und heiße Gase mit hoher Geschwindigkeit die Hänge eines Vulkans herunterrasen. Sie sind extrem gefährlich. Pyroklastische Ströme töteten beispielsweise im ersten Jahrhundert nach Christus die Bewohner von Herculaneum und Pompeji.

Im Lauf des Tages habe sich die explosive Aktivität "zu einer Lavafontäne entwickelt", erklärte das INGV und schilderte Lavaströme, die in die Luft gesprüht wurden. Am Nachmittag meldete das Vulkanforschungsinstitut schließlich "keine Aschewolken" mehr über dem Krater, der Ausbruch sei zum Stillstand gekommen.

Nach Angaben der Experten bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, erklärte der sizilianische Regionalpräsident Renato Schifani. Der Vulkanausbruch werde von den Behörden "mit extremer Vorsicht beobachtet". Zivilschutzchef Salvo Cocina rief Urlauber dazu auf, die Gegend um den Ätna zunächst zu meiden. Im Internet veröffentlichte Videos zeigten Touristen, die offenbar einen Hang des Vulkans hinunter hasteten.

Die Behörden veröffentlichten eine Warnung an Fluggesellschaften; die Rauchwolke reichte demnach am Vormittag bis in eine Höhe von 6,5 Kilometern. Bis zum frühen Abend wurde die Warnung jedoch von der anfänglichen Alarmstufe Rot über Orange auf Gelb herabgestuft. Der nahegelegene Flughafen in Catania blieb am Montag durchgehend geöffnet.

Die Intensität des Ausbruchs sei ein "Zeichen für die anhaltende dynamische Kraft des Ätna", erklärte der Vulkanexperte Marco Viccaro in einer Lokalzeitung. Vergleichbare Ausbrüche könnten sich "über Wochen, wenn nicht sogar Monate" aufbauen.

Der 3324 Meter hohe Ätna ist der größte aktive Vulkan Europas. Seit mindestens 500.000 Jahren brach er regelmäßig aus.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

15 Jahre Haft für "Ketamin-Queen" nach Drogentod von "Friends"-Darsteller Perry

Zweieinhalb Jahre nach dem Drogentod des US-Schauspielers Matthew Perry hat ein kalifornisches Gericht dessen frühere Dealerin am Mittwoch zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die als "Ketamin-Queen" bekannt gewordene 42-jährige Jasveen Sangha hatte eingeräumt, Perry mit der tödlichen Dosis des Betäubungsmittels Ketamin versorgt zu haben.

Fast 200 Festnahmen nach Schusswechsel vor israelischem Konsulat in Istanbul

Nach dem Schusswechsel vor dem israelischen Konsulat in Istanbul am Dienstag haben türkische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben am Mittwoch fast 200 Verdächtige festgenommen. Justizminister Akin Gürlek sprach im Onlinedienst X von einer "zeitgleichen Operation in 34 Provinzen gegen die Terrororganisation Daesh" - die arabische Abkürzung für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Zahl der Festgenommenen gab er mit 198 an.

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy beschuldigt Ex-Machthaber Gaddafi

Im Berufungsverfahren um libysche Wahlkampfgelder hat Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy den verstorbenen libyschen Machthaber Muammar Gaddafi beschuldigt, die Vorwürfe gegen ihn selbst in die Welt gesetzt zu haben. Gaddafi habe aus "Hass" gehandelt, weil er nicht ertragen habe, dass Sarkozy zum Sturz der libyschen Führung beigetragen habe, sagte der ehemalige französische Präsident am Mittwoch vor Gericht. "Ich war der Erste, der den Nationalen Übergangsrat (der libyschen Aufständischen) anerkannt hatte. Das war eine schlimme Beleidigung für Gaddafi", betonte er.

Nach tödlichem Autorennen: Kosovare darf ausgewiesen werden

Nach einem tödlichen Autorennen in Nordrhein-Westfalen darf ein verurteilter Mann aus dem Kosovo aus Deutschland ausgewiesen werden. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies die Klage des Manns ab, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Der Mann hatte bei dem illegalen Autorennen an Ostern 2019 in Moers den Tod einer 43-jährige Frau verursacht. Er wurde später zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Textgröße ändern: