Deutsche Tageszeitung - "Save the children" kritisiert Aussetzung von Familiennachzug für Geflüchtete

"Save the children" kritisiert Aussetzung von Familiennachzug für Geflüchtete


"Save the children" kritisiert Aussetzung von Familiennachzug für Geflüchtete
"Save the children" kritisiert Aussetzung von Familiennachzug für Geflüchtete / Foto: © AFP/Archiv

Die Kinderschutzorganisation "Save the children" hat das Vorhaben der Bundesregierung kritisiert, den Familiennachzug für Geflüchtete mit sogenanntem subsidiären Schutz auszusetzen. "Jedes Kind hat das Recht, mit seinen Eltern aufzuwachsen", sagte der Vorsitzende Florian Westphal am Samstag dem Deutschlandfunk. Die Regierungspläne stünden dem diametral entgegen.

Textgröße ändern:

"Es geht hier um das Schicksal von Familien, von Kindern, die durch Flucht und Vertreibung auseinandergerissen wurden", mahnte Westphal. "Familiennachzug war einer der wenigen planbaren und auch legalen Wege für Kinder, damit sie gemeinsam mit ihren engsten Angehörigen in Sicherheit aufwachsen können, und der wird jetzt versperrt", kritisierte er. Zudem befördere der Familiennachzug die Integration der bereits in Deutschland lebenden Geflüchteten.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen, wonach es für Geflüchtete mit subsidiärem Schutz keinen Familiennachzug geben soll. Dies sind Schutzberechtigte, die keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention oder Asylberechtigter auf Basis des Grundgesetzes sind, aber im Herkunftsland etwa wegen eines Bürgerkriegs bedroht sind. Die meisten der von der Neuregelung Betroffenen in Deutschland stammen aus Syrien. Der Gesetzentwurf wird nun im Bundestag weiter beraten.

Bisher können monatlich bis zu 1000 enge Familienangehörige nachziehen - also Ehegatten, minderjährige ledige Kinder und die Eltern von minderjährigen Kindern. Die Aussetzung des Familiennachzugs ist eine Forderung der CDU/CSU, der die SPD in den Koalitionsverhandlungen zustimmte. Innerhalb der SPD gibt es dagegen allerdings auch Widerstand. Grüne und Linke lehnen die Gesetzespläne ab, Kritik kommt auch von Seiten der christlichen Kirchen.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Prozess gegen IS-Rückkehrerin in Berlin begonnen

In Berlin muss sich seit Montag eine IS-Rückkehrerin vor Gericht verantworten. Die heute 35-Jährige soll sich laut Anklage der Berliner Generalstaatsanwaltschaft im Jahr 2014 in Syrien der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland im April 2026 wurde sie am Flughafen BER festgenommen.

Waldbrand in Kolumbien bedroht bei Touristen beliebte Andenstadt Villa de Leyva

In Kolumbien ist nahe einer bei Touristen beliebten Stadt in den Anden ein großer Waldbrand ausgebrochen. Die Flammen rückten nach Behördenangaben bis Montag gefährlich nah an die Kleinstadt Villa de Leyva im Zentrum des südamerikanischen Landes heran. Mehr als 200 Hektar Wald brannten inzwischen ab, ein Hotel musste evakuiert werden.

15-Jähriger stirbt nach Stichverletzungen bei Feier in Nordrhein-Westfalen

Ein 15-Jähriger ist nach einem Streit bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg an Stichverletzungen gestorben. Ein 18-Jähriger wurde schwer verletzt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg am Montag sagte. Nach ersten Erkenntnissen waren die beiden am Samstagabend bei der Feier auf zwei Männer im Alter von 22 und 23 Jahren getroffen. Dabei soll es eine verbale Auseinandersetzung zwischen den vier Beteiligten gegeben haben.

Vorwurf Falschaussage zu Maut: Prozess gegen früheren Minister Scheuer begonnen

In Berlin hat am Montag der Prozess gegen den früheren Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit der gescheiterten Autobahnmaut begonnen. Scheuer muss sich wegen einer mutmaßlichen Falschaussage vor dem Landgericht der Bundeshauptstadt verantworten. Zunächst wurde die Anklage der Staatsanwaltschaft verlesen.

Textgröße ändern: