Deutsche Tageszeitung - Urteil: Entschädigung für Model wegen Fotos von ungewollt entblößter Brust

Urteil: Entschädigung für Model wegen Fotos von ungewollt entblößter Brust


Urteil: Entschädigung für Model wegen Fotos von ungewollt entblößter Brust
Urteil: Entschädigung für Model wegen Fotos von ungewollt entblößter Brust / Foto: © AFP/Archiv

Veröffentlicht eine Zeitung ein Foto von einem Model mit einer erkennbar ungewollt entblößten Brust, ist das eine Persönlichkeitsrechtsverletzung. Das Model hat Anspruch auf eine Entschädigung, wie das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am Donnerstag mitteilte. Die betroffene Frau hatte in die Veröffentlichung nicht eingewilligt. (Az.: 16 U 7/24)

Textgröße ändern:

Die Klägerin arbeitete als Model bei einer Modewoche in Frankfurt. Kurz vor einer Fotostation auf dem Laufsteg bemerkte sie, dass ihr Oberteil rutschte. Auf dem Foto war wegen des herabgerutschten Oberteils ihre linke Brust bis unterhalb der Brustwarze zu sehen.

Eine Boulevardzeitung veröffentlichte das Foto, obwohl sich die Frau vorher gegen eine Veröffentlichung ausgesprochen hatte. Nach einer Unterlassung forderte sie nun vor Gericht eine Entschädigung von mindestens 10.000 Euro.

Das Landgericht Frankfurt sprach ihr in erster Instanz 5000 Euro Entschädigung zu. Beide Seiten gingen dagegen in Berufung. Das Oberlandesgericht bejahte einen Entschädigungsanspruch nun ebenfalls, senkte die Summe aber auf 3000 Euro ab.

Die Klägerin habe ihren Lauf mit bedeckter Brust begonnen und ihn so auch überwiegend absolviert, hieß es zur Begründung. Da die Zeitung im Text die Formulierung "Busenblitzer" verwendete, war demnach auch für den beklagten Herausgeber erkennbar, dass die nackte Brust ungewollt zu sehen war.

Allein die Klägerin entscheide, ob sie sich mit unbekleideter Brust zur Schau stellen wolle oder nicht, entschieden die Richter. Die damals 22-Jährige war zum ersten Mal auf dem Laufsteg und daher noch unerfahren. Durch die Veröffentlichung des Fotos sei sie in ihrem "moralisch-sittlichen Gefühl gedemütigt worden".

Das Gericht wertete eine Entschädigung von 3000 Euro als angemessen. Nachhaltige Beeinträchtigungen durch die Veröffentlichung für die Klägerin gebe es nicht.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Vier Tote bei Absturz von italienischem Armeehubschrauber in Bosnien-Herzegowina

Beim Absturz eines italienischen Armeehubschraubers in Bosnien-Herzegowina sind vier Mitglieder der EU-geführten Mission Eufor Althea ums Leben gekommen. Elf weitere Insassen wurden nach Krankenhausangaben bei dem Unglück am Donnerstag verletzt. Zur Nationalität der Opfer wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Doppel-Kandidat in Alaska: Trump könnte Kongresswahl-Ergebnis in Frage stellen

Wenige Tage vor den US-Kongresswahlen schlägt der Bericht über einen kuriosen Namenstrick der US-Demokraten im Bundesstaat Alaska hohe Wellen. Präsident Donald Trump warf den Demokraten am Donnerstag "Wählerbetrug" vor und deutete an, er könne das Abstimmungsergebnis in Alaska nach der Wahl am Dienstag in Frage stellen. Der republikanische Gouverneur von Alaska, Mike Dunleavy, ordnete eine Untersuchung der Strafverfolgungsbehörde DPS an.

Nach Hausexplosion in Regensburg: Ermittler finden zwei Leichen in Ruine

Nach der Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Regensburg hat die Polizei zwei Leichen in der Ruine gefunden. Sie seien von den Einsatzkräften nach dem Betreten des beschädigten Gebäudes entdeckt und geborgen worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Deren Identität war demnach noch nicht geklärt.

Nachermittlungen zu Kreditkartenbetrug: Neun Menschen aus Untersuchungshaft entlassen

In einem Fall von großangelegtem Betrug mit Kreditkartendaten mit dreistelligem Millionenschaden in Rheinland-Pfalz sind alle neun Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Landgericht Koblenz forderte umfangreiche Nachermittlungen, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Ohne diese Nachermittlungen könne die Kammer keinen dringenden Tatverdacht feststellen.

Textgröße ändern: