Deutsche Tageszeitung - Ärzte ohne Grenze wirft Israel Einsatz von "Hunger als Waffe" vor

Ärzte ohne Grenze wirft Israel Einsatz von "Hunger als Waffe" vor


Ärzte ohne Grenze wirft Israel Einsatz von "Hunger als Waffe" vor
Ärzte ohne Grenze wirft Israel Einsatz von "Hunger als Waffe" vor / Foto: © AFP

Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat Israel vorgeworfen, die Bevölkerung im Gazastreifen "vorsätzlich auszuhungern" und vor Mangelernährung in dem Gebiet gewarnt. "Der gezielte Einsatz von Hunger als Waffe durch die israelischen Behörden in Gaza hat ein beispielloses Ausmaß erreicht", kritisierte die Organisation am Freitag.

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Untersuchungen in Einrichtungen der Organisation in den vergangenen Wochen hätten ergeben, dass ein Viertel der Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren sowie ein Viertel der behandelten schwangeren und stillenden Frauen unterernährt seien. Im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Gaza habe sich die Zahl der wegen Mangelernährung behandelten Menschen seit Mitte Mai vervierfacht, teilte die Organisation mit. Neben den Patienten kämpfe auch das medizinische Personal um sein Überleben, erklärte MSF.

Die Organisation forderte, die israelischen Behörden müssten "dringend die Einfuhr von Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Hilfsgütern nach Gaza in ausreichendem Umfang zulassen".

Ärzte ohne Grenzen gehört zu den mehr als hundert Hilfs- und Menschenrechtsorganisation, die am Mittwoch vor dem "massenhaften Verhungern" von Menschen im Gazastreifen gewarnt hatten. Fast 21 Monate nach Beginn des Krieges im Gazastreifen ist die humanitäre Lage in dem Palästinensergebiet katastrophal. Der internationale Druck auf Israel wächst deshalb.

Israel weist die Kritik zurück. Die Regierung wirft der Hamas vor, die Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen zu behindern, die humanitären Lieferungen selbst zu plündern, Nahrungsmittel zu überhöhten Preisen zu verkaufen und auf Hilfesuchende zu schießen.

Den Krieg im Gazastreifen hatte die Hamas mit ihrem beispiellosen Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1210 Menschen getötet, 251 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 49 Geiseln von den Islamisten festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben jedoch tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch in dem dichtbesiedelten Küstenstreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bislang mehr als 59.100 Menschen getötet, die Zahlen können nicht unabhängig überprüft werden.

(W.Novokshonov--DTZ)

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