Deutsche Tageszeitung - Schweizer Gericht bestätigt Vergewaltigungsurteil gegen Islamforscher Ramadan

Schweizer Gericht bestätigt Vergewaltigungsurteil gegen Islamforscher Ramadan


Schweizer Gericht bestätigt Vergewaltigungsurteil gegen Islamforscher Ramadan
Schweizer Gericht bestätigt Vergewaltigungsurteil gegen Islamforscher Ramadan / Foto: © AFP/Archiv

Das Schweizer Bundesgericht hat ein Urteil gegen den Islamforscher Tariq Ramadan wegen Vergewaltigung bestätigt. Das höchste Schweizer Gericht lehnte die Berufung des früheren Professors der britischen Eliteuniversität Oxford gegen das Gefängnisurteil am Donnerstag ab. Die Anwälte des 62-Jährigen kündigten daraufhin an, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen.

Textgröße ändern:

In dem Verfahren geht es um einen Vorfall in einem Hotelzimmer vor fast 16 Jahren in Genf. Eine muslimische Konvertitin, die nur als "Brigitte" auftritt, warf Ramadan vor, sie Ende Oktober 2008 vergewaltigt und anderen sexuellen Gewaltakten unterzogen zu haben. Ihre Anwälte gaben an, die Frau sei wiederholt vergewaltigt worden und habe "Folter und Barbarei" erleiden müssen. Ramadan hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Der frühere Professor war 2023 in erster Instanz aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Ein Berufungsgericht kippte die Entscheidung im vergangenen Jahr und verurteilte Ramadan wegen Vergewaltigung zu drei Jahren Haft, davon zwei auf Bewährung.

Das Bundesgericht bestätigte nun das Urteil aus zweiter Instanz. Die Richter hätten sich "auf Zeugenaussagen, Atteste, ärztliche Berichte und private Sachverständigengutachten" gestützt, "welche mit den Schilderungen des Opfers übereinstimmen würden".

Die Anwälte der Klägerin erklärten, die Bestätigung des Urteils sei "eine enorme Erleichterung und das Ende eines langen Leidenswegs und Kampfes für unsere Mandantin". Die Klägerin habe diesen Kampf "diskret und ohne Hass, mit außergewöhnlichem Mut und Würde geführt".

Doch auch nach dem nunmehr dritten Urteil ist das Verfahren nicht beendet: "Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte", kündigten Ramadans Anwälte an.

Der 62-Jährige ist seit Ende 2017 von seiner Professur an der britischen Universität Oxford beurlaubt. Damals kamen Vergewaltigungsvorwürfe in Frankreich auf - dort wird ihm vorgeworfen, zwischen 2009 und 2016 drei Frauen vergewaltigt zu haben. Ramadan ist ein Enkel des Gründers der ägyptischen Muslimbruderschaft.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Stallbrand in Niedersachsen: 120 Schweine verenden

Bei einem Stallbrand in Niedersachsen sind 120 Schweine verendet. Keines der Tiere im Stall überlebte, wie die Polizei in Cloppenburg am Mittwoch mitteilte. Demnach brach das Feuer am Dienstagvormittag in Molbergen aus. Wegen des starken Rauchs sollten Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten. Rund 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Mädchen zu Selbstverletzung genötigt und Männer attackiert: Jugendstrafe in Hamburg

Weil er Mädchen zu Selbstverletzungen nötigte und Männer attackierte, soll ein 18-Jähriger in Haft. Das Landgericht Hamburg verurteilte ihn am Mittwoch zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren. Es sprach ihn wegen mehrerer Fälle von sexuellem Missbrauch und zehnmaliger gefährlicher Körperverletzung schuldig.

Anschlag auf NRW-Umspannwerk: Abschussvorrichtungen für Pyrotechnik gefunden

Nach dem Anschlag auf ein Umspannwerk in Nordrhein-Westfalen haben die Ermittler Abschussvorrichtungen gefunden. In einem angrenzenden Maisfeld wurden "insgesamt sechs Abschussvorrichtungen" gefunden, die vermutlich mit der Tat in Zusammenhang stehen, sagte der Kölner Kriminaldirektor Michael Esser vor Journalisten in Essen. Es sei davon auszugehen, dass die Vorrichtungen so gebaut waren, dass pyrotechnische Gegenstände vermutlich einen Draht in die Höhe transportieren konnten.

Erntebilanz: Agrarminister Rainer bescheinigt "massive Krise von nationaler Tragweite"

Angesichts der Folgen von Dürre und Hitze auf die Produktion vieler landwirtschaftlicher Betriebe sieht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) eine "massive Krise von nationaler Tragweite". Die diesjährige Ernte sei für viele Landwirtschaftsfamilien eine "herbe Enttäuschung", sagte Rainer am Mittwoch bei der Vorstellung des Ernteberichts seines Ministeriums. Den Bauern stellte er finanzielle Hilfen in Aussicht.

Textgröße ändern: