Deutsche Tageszeitung - Rotes Kreuz: Zahl der weltweit Vermissten steigt binnen fünf Jahren um fast 70 Prozent

Rotes Kreuz: Zahl der weltweit Vermissten steigt binnen fünf Jahren um fast 70 Prozent


Rotes Kreuz: Zahl der weltweit Vermissten steigt binnen fünf Jahren um fast 70 Prozent
Rotes Kreuz: Zahl der weltweit Vermissten steigt binnen fünf Jahren um fast 70 Prozent / Foto: © AFP

Die Zahl der weltweit vermissten Menschen ist nach Angaben des Roten Kreuzes innerhalb der vergangen fünf Jahren um fast 70 Prozent gestiegen. Etwa 284.400 Menschen waren Ende 2024 als vermisst gemeldet, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Freitag mitteilte. Der Anstieg sei auf die zunehmende Zahl von Konflikten, Massenmigration und eine schwindende Achtung des Kriegsvölkerrechts zurückzuführen.

Textgröße ändern:

"Vom Sudan bis zur Ukraine, von Syrien bis Kolumbien ist der Trend eindeutig", sagte IKRK-Generaldirektor Pierre Krähenbühl. Die steigende Zahl vermisster Menschen mache deutlich, dass die Konfliktparteien und diejenigen, die sie unterstützen, die Menschen während des Krieges nicht schützten.

Krähenbühl warnte zugleich, dass die Zahlen "nur die Spitze des Eisbergs" zeigten. "Weltweit wurden Millionen von Menschen von ihren Geliebten getrennt - oft für Jahre oder sogar Jahrzehnte", sagte Krählenbühl und fügte hinzu: "Die Tragödie der Vermissten ist nicht unvermeidbar." Durch strengere Maßnahmen zur Verhinderung von Trennungen, zum Schutz der Inhaftierten und zum angemessenen Umgang mit Toten "könnte unzähligen Familien ein Leben voller Qual erspart bleiben".

Das IKRK betonte, dass Staaten und Konfliktparteien die Hauptverantwortung dafür trügen, das Verschwinden von Menschen zu verhindern, das Schicksal vermisster Menschen aufzuklären und die betroffenen Familien zu unterstützen. Das Risiko für das Verschwinden von Menschen sinke, wenn das internationale humanitäre Völkerrecht gewahrt werde, hieß es weiter.

Das Kriegsvölkerrecht beinhaltet unter anderem die Pflicht, bei der Evakuierung von Zivilisten durch eine Besatzungsmacht die Trennung von Familienangehörigen zu vermeiden. Zudem müssen Konfliktparteien Informationen über Inhaftierte austauschen und ihnen ermöglichen, Kontakt zu ihren Angehörigen zu halten.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Sorgerechtsstreit als mutmaßliches Motiv: Sechs Tote bei Schusswaffenangriff in Stade

Nach dem Schusswaffenangriff mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade liegt das Motiv nach ersten Erkenntnissen der Ermittler in einem Sorgerechtsstreit. Bei dem kurz nach der Tat festgenommenen mutmaßlichen Schützen handle es sich um einen 45-jährigen Deutschen, dessen drei Monate alte Tochter mitsamt der 34-jährigen Kindsmutter in der Einrichtung untergebracht gewesen sei, sagte die Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol am Montag vor Journalisten in Stade. Die Getöteten waren demnach Mitarbeitende eines Jugendhilfeträgers und des Jugendamts.

Sechs Tote bei Schusswaffenangriff in Stade: Verdächtiger ist 45-Jähriger Deutscher

Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen zum Schusswaffenangriff in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade mit sechs Toten handelt es sich um einen 45-jährigen Deutschen. Der Mann aus dem Raum Hannover sei am Montag im Zusammenhang mit einer "Sorgerechtssache" in der Einrichtung gewesen, in der seine dreimonatige Tochter und die Kindsmutter untergebracht gewesen seien, sagte die Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol vor Journalisten in Stade.

Oberstes US-Gericht hält Missbrauchsurteil gegen Trump aufrecht

US-Präsident Donald Trump muss der Journalistin E. Jean Carroll fünf Millionen Dollar (rund 4,4 Millionen Euro) Entschädigung wegen sexuellen Missbrauchs und späterer Verleumdung zahlen. Trump scheiterte am Montag vor dem Obersten Gericht der USA mit dem Versuch, das Urteil aus unterer Instanz aufheben zu lassen. Der Supreme Court in Washington wies den Fall ohne Angabe von Gründen ab.

Polizei nennt Schusswaffenangriff mit sechs Toten in Stade "Familientragödie"

Bei dem Schusswaffenangriff in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade mit sechs Toten hat es sich nach Polizeiangaben um eine "erweiterte Familientragödie" gehandelt. Es gehe "nicht in Richtung Femizid oder auch politischer Hintergrund", sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Das Motiv für die Gewalttat liege vielmehr "im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung begründet".

Textgröße ändern: