Deutsche Tageszeitung - Farbattacke auf Landtag in Hannover: Geldstrafe für 25-Jährigen

Farbattacke auf Landtag in Hannover: Geldstrafe für 25-Jährigen


Farbattacke auf Landtag in Hannover: Geldstrafe für 25-Jährigen
Farbattacke auf Landtag in Hannover: Geldstrafe für 25-Jährigen / Foto: © AFP/Archiv

Weil er den niedersächsischen Landtag in Hannover mit roter Farbe beschmierte, muss ein 25-Jähriger insgesamt 2000 Euro Strafe zahlen. Das Amtsgericht verurteilte ihn am Dienstag nach Angaben eines Sprechers wegen zweifacher gemeinschädlicher Sachbeschädigung zu einer Strafe von 100 Tagessätzen zu je 20 Euro. Der Angeklagte hatte zugegeben, im vergangenen September mit roter Farbe den Schriftzug "Free Gaza" auf das Gebäude gesprüht zu haben.

Textgröße ändern:

Das Landtagsgebäude ist denkmalgeschützt. Es entstand ein Schaden von fast 70.000 Euro. Außerdem besprühte er ein Kunstobjekt, das auf der Leineschlossbrücke aufgestellt war und gereinigt werden musste. Er gab dem Gerichtssprecher zufolge an, dass er das Gefühl habe, andere Protestformen wie Demonstrationen nützten nichts mehr.

Die Ermittler fanden den nun verurteilten 25-Jährigen nach der Tat mit Hilfe einer sogenannten Super Recognizerin, die Gesichter besonders gut erkennen kann. Das berichtete dem Sprecher zufolge eine ebenfalls als Zeugin geladene ermittelnde Polizistin.

Es gab demnach Videoaufzeichnungen von der Tat und auch Hinweise aus den sozialen Netzwerken. Schließlich sei die Wohnung des Verdächtigen durchsucht worden, dort fand die Polizei Kleidung mit Farbresten darauf.

Zugunsten des Angeklagten berücksichtigte das Gericht, dass er die Taten gestanden und dass er sie aus einer emotionalen Lage heraus begangen habe. Es machte aber deutlich, dass Einzelne nicht selbst das vermeintliche Recht in die Hand nehmen und durch Straftaten Parolen verbreiten dürften. Zu Lasten des 25-Jährigen wertete es die Höhe des verursachten Schadens. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Venezuelas wichtigster Flughafen nimmt nach verheerendem Erdbeben Betrieb wieder auf

Rund zehn Wochen nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela hat der wichtigste Flughafen des Landes wieder seinen Betrieb aufgenommen. Der bei den Beben schwer beschädigte internationale Flughafen Simón Bolívar nahe der Hauptstadt Caracas sei am Dienstag nach intensiven Reparaturarbeiten wieder für Passagierflüge geöffnet worden, sagte der venezolanische Verkehrsminister Francisco Garcés. Nach Angaben des Flughafens hob eine erste Passagiermaschine um 10.00 Uhr Ortszeit Richtung Mexiko ab. Eine halbe Stunde später sei dann ein anderes Flugzeug gelandet.

Nepals Außenminister nennt Sturzflut "Warnsignal" für Risiken des Klimawandels

Der verheerende Gletscherabbruch in Nepal und die darauffolgende tödliche Sturzflut sind nach Ansicht des nepalesischen Außenministers Shisir Khanal ein "Warnsignal" für die wachsenden Risiken, die der Klimawandel für sein Land darstellt. "Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, das sich verändernde Klima im Himalaya als dringendes Problem zu betrachten", sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Fährunglück vor Nordzypern: Schiffswrack in Tiefe von 550 Metern geortet

Nach dem tödlichen Fährunglück vor Nordzypern haben Einsatzkräfte das Wrack mithilfe einer Unterwasserdrohne geortet. Das gesunkene Schiff sei in einer Tiefe von 550 Metern entdeckt worden, erklärte Nordzyperns Präsident Tufan Erhürman am Dienstag. Die Suche nach den Vermissten werde fortgesetzt.

Weltkriegsbombe in Wilhelmshaven entschärft: Mehr als 13.000 Betroffene

Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Wilhelmshaven haben am Dienstag rund 13.600 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Die Fünfzentnerbombe von US-Bauart wurde nach Angaben der niedersächsischen Stadt am Montag bei Arbeiten auf dem Gelände des sogenannten Marinearsenals entdeckt. Während der Entschärfung wurde ein Sperrkreis mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet.

Textgröße ändern: