Deutsche Tageszeitung - Nach Suizid eines 16-Jährigen: OpenAI kündigt Kindersicherung für ChatGPT an

Nach Suizid eines 16-Jährigen: OpenAI kündigt Kindersicherung für ChatGPT an


Nach Suizid eines 16-Jährigen:  OpenAI kündigt Kindersicherung für ChatGPT an
Nach Suizid eines 16-Jährigen: OpenAI kündigt Kindersicherung für ChatGPT an / Foto: © AFP

Das KI-Unternehmen OpenAI hat eine Kindersicherung für den populären KI-Chatbot ChatGPT angekündigt. "Binnen des nächsten Monats" würden Eltern damit die Möglichkeit erhalten, ihr Nutzerkonto mit dem ihres Kindes im Teenageralter zu verknüpfen, erklärte OpenAI am Dienstag im unternehmenseigenen Blog. In der vergangenen Woche hatten die Eltern eines 16-Jährigen OpenAI verklagt, da sie ChatGPT für den Suizid ihres Sohnes verantwortlich machen.

Textgröße ändern:

OpenAI erklärte nun, Eltern sollten künftig "kontrollieren können", wie ChatGPT auf ihren Sohn oder ihre Tochter reagiert, indem sie für den mit Künstlicher Intelligenz betriebenen Chatbot "altersgerechte Verhaltensregeln festlegen". Eltern, die ihr Nutzerkonto mit jenem ihres Kinds verknüpft haben, sollen zudem künftig von ChatGPT benachrichtigt werden, wenn die Software bei diesem anhand der von ihm eingegebenen Anweisungen bei eine "akute Notlage" feststelle.

Bereits vor dem Suizid des Teenagers im US-Bundesstaat Kalifornien waren in den vergangenen Monaten mehrere Fälle bekannt geworden, bei denen ChatGPT Nutzer in "wahnhaften oder schädlichen Gedankengängen" bestärkt hatte, die diese im Austausch mit dem Chatbot äußerten.

OpenAI erklärte weiter, es arbeite daran, die Chatbots sicherer zu machen - unter anderem, indem "manche heiklen Konversationen" mit Nutzern an ein sogenanntes Reasoning-Sprachmodell weitergeleitet würden - also an ein aufwändigeres KI-System, das darauf ausgelegt ist, komplexe Denkaufgaben zu lösen. Tests hätten gezeigt, dass Reasoning-Modelle "Sicherheitsrichtlinien konsequenter befolgen".

Die Eltern des 16-Jährigen, der sich in Kalifornien das Leben genommen hatte, hatten erklärt, ChatGPT habe eine "enge Beziehung" zu ihrem Sohn Adam aufgebaut. Dieser habe im Lauf der Zeit eine "ungesunde Abhängigkeit" entwickelt.

Unter anderem habe ChatGPT Adam geschrieben, dieser sei "niemandem sein Überleben schuldig" und angeboten, beim Verfassen seines Abschiedsbriefs zu helfen. Das KI-Programm habe Adam schließlich dazu ermutigt, sich das Leben zu nehmen und ihm eine genaue Anleitung dafür gegeben.

Die Eltern verklagten ChatGPT auf Schmerzensgeld und forderten die Einführung verpflichtender Sicherheitsmaßnahmen in Chatbots, die unter anderem Gespräche zu Themen wie Selbstverletzung automatisch abbrechen.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Oppositionspolitiker und Verbündeter Machados in Venezuela aus Gefängnis entlassen

In Venezuela ist der Oppositionspolitiker und Verbündete der Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, Juan Pablo Guanipa, aus dem Gefängnis entlassen worden. "Ich gebe bekannt, dass mein Papa, Juan Pablo Guanipa, vor einigen Minuten freigelassen wurde", erklärte der Sohn des ehemaligen Abgeordneten, Ramón Guanipa, am Sonntag im Onlinedienst X. "Nach mehr als acht Monaten ungerechtfertigter Haft und mehr als eineinhalb Jahren Trennung kann sich unsere gesamte Familie bald wieder in die Arme nehmen", fügte er hinzu.

Britischer Kabinettchef tritt wegen Rolle bei Ernennung von Epstein-Freund Mandelson zurück

Der Kabinettschef des britischen Premierministers Keir Starmer, Morgan McSweeney, hat im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seinen Rücktritt erklärt. "Nach gründlicher Überlegung habe ich beschlossen, aus der Regierung auszutreten", erklärte McSweeney am Sonntag in einem an den Sender BBC übermittelten Schreiben. Der Kabinettchef hatte eigenen Angaben zufolge Starmer dazu geraten, Peter Mandelson - einen Freund Epsteins - zum Botschafter in Washington zu ernennen.

Iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi zu sechs Jahren Haft verurteilt

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Anwalts zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht habe sie wegen "Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten" zu der Haftstrafe verurteilt, teilte der Anwalt Mostafa Nili am Sonntag mit. Es habe außerdem ein zweijähriges Ausreiseverbot gegen Mohammadi verhängt.

Tödlicher Unfall auf Autobahn: Gestürzter Motorradfahrer von Lastwagen überrollt

Ein Motorradfahrer ist bei einem tödlichen Unfall auf der Autobahn 2 in Nordrhein-Westfalen von einem Auto gerammt und anschließend von einem Lastwagen überrollt worden. Wie die Polizei in Dortmund am Sonntag mitteilte, starb der 61-Jährige noch an der Unfallstelle. Der Unfall ereignete sich bereits am frühen Samstagmorgen zwischen Hamm und Bönen.

Textgröße ändern: