Deutsche Tageszeitung - "Rechtsextreme Gruppierung": Bätzing warnt vor AfD - AfD-Fraktionvize empört

"Rechtsextreme Gruppierung": Bätzing warnt vor AfD - AfD-Fraktionvize empört


"Rechtsextreme Gruppierung": Bätzing warnt vor AfD - AfD-Fraktionvize empört
"Rechtsextreme Gruppierung": Bätzing warnt vor AfD - AfD-Fraktionvize empört / Foto: © AFP/Archiv

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 die Kirche zur Einmischung beim Thema Rechtsextremismus aufgerufen und ausdrücklich vor der AfD gewarnt. "Wir sind nicht parteilich als Kirche, sondern wir stehen über den Parteien. Aber wenn es um eine weitgehend gesichert rechtsextreme Gruppierung geht, dann müssen wir uns äußern", sagte Bätzing am Freitag im Bayerischen Rundfunk.

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Er nannte dabei ausdrücklich auch die AfD, die Bätzings Äußerungen empört als politische Einmischung zurückwies. Bätzing sagte, vor allem die Bischöfe in Ostdeutschland seien mit Blick auf die Wahlen besorgt, "weil es durchaus sein kann, dass die AfD die Wahl gewinnt". Weiter sagte er: "Deshalb wollen wir nochmal deutlich machen, was ist das für eine Partei."

Die AfD spalte, sie sei nationalistisch ausgerichtet, sei antieuropäisch und antidemokratisch. "Wählerinnnen und Wähler müssen wissen, was sie da für eine Zukunft wählen", warnte der Bischof aus dem hessischen Limburg.

Die AfD zeigte sich verärgert über die Äußerungen des katholischen Bischofs. "Bischof Bätzing irrt - und zwar sehr grundsätzlich", sagte Vizefraktionschefin Beatrix von Storch am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Als Vertreter der Kirche hat er sich um die Lehre der Kirche zu kümmern und diese zu verkünden. Parteipolitik ist nicht sein Metier."

Die AfD sei die Partei, die bei Themen wie Abtreibung und Homo-Ehe "unstreitig die christlichen Werte am meisten" vertrete, behauptete von Storch. "Es ist bedauernswert, aber nicht überraschend, dass auch Bischöfe in den unreflektierten Mainstream einstimmen. Aber es ist eine Erklärung dafür, warum die Kirchenbänke sich immer weiter leeren."

Einer Umfrage von Anfang September zufolge könnte die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand gewinnen. Die Erhebung sah sie zuletzt bei 39 Prozent. Dahinter folgt die CDU mit 27 Prozent. Den dritten Platz könnte die Linke mit 13 Prozent erreichen, gefolgt von der SPD mit sieben Prozent.

Das BSW käme aus dem Stand auf sechs Prozent. Die Grünen könnten an der Fünfprozenthürde scheitern. Sonstige Parteien, darunter die FDP, erreichen zusammen fünf Prozent. Die nächste Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt.

(V.Sørensen--DTZ)

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