Deutsche Tageszeitung - Niedersachsen: Bewährungsstrafe für Mutter nach Tod von behinderter Tochter

Niedersachsen: Bewährungsstrafe für Mutter nach Tod von behinderter Tochter


Niedersachsen: Bewährungsstrafe für Mutter nach Tod von behinderter Tochter
Niedersachsen: Bewährungsstrafe für Mutter nach Tod von behinderter Tochter / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Tod ihrer schwerstbehinderten erwachsenen Tochter ist eine Frau aus Niedersachsen wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Laut Anklage nahm die 68-Jährige ihre 33-jährige Tochter im Juli 2024 entgegen ärztlichem Rat aus einem Krankenhaus mit nach Hause, wo sie starb. Nach Angaben eines Gerichtssprechers vom Montag fiel das Urteil am Donnerstag.

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Angeklagt war die Beschuldigte wegen Totschlags durch Unterlassen. Das Gericht ging am Ende des mehr als dreimonatigen Prozesses aber nur von einer fahrlässigen Tötung aus.

Der Anklageschrift zufolge hatte sich die Mutter mit ihrer Tochter in ein Krankenhaus in Nienburg begeben, um diese behandeln zu lassen. Nach Einschätzung der Ärzte war eine Behandlung auf der Intensivstation dringend erforderlich. Trotzdem ordnete die Frau die Entlassung ihrer Tochter an und nahm sie wieder mit nach Hause, wo diese zwei Tage später starb.

Medienberichten zufolge plädierte die Verteidigung der Mutter in dem Verfahren auf Freispruch. Sie habe ihre schwerstkranke Tochter über Jahrzehnte rund um die Uhr aufopferungsvoll gepflegt und sei überzeugt gewesen, das Richtige zu tun, sagte deren Rechtsanwältin demnach in ihrem Plädoyer.

Die Staatsanwaltschaft verwies den Berichten zufolge hingegen darauf, dass sich die Angeklagte als Betreuerin ihrer Tochter über ausdrückliche Warnungen des medizinischen Personals hinweggesetzt habe. Die Anklage fordert eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung wegen Totschlags durch Unterlassen.

(V.Sørensen--DTZ)

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